Quartalsverlust für Siemens

Siemens-Familie

EIN KOMMENTAR Von Ilka Kopplin
11.08.2022
, 18:25
Siemens-Vorstandschef Roland Busch
Die ehemalige Tochtergesellschaft Siemens Energy brockt Siemens einen Quartalsverlust ein - den ersten seit langem. Wenigstens überzeugt das abgespaltene Medizintechnikgeschäft.
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Kinder kosten Geld – selbst wenn sie schon aus dem Haus sind. So einfach steht es sich dann meistens doch nicht auf eigenen Füßen. Das musste nun auch Siemens lernen. Das Energietechnikgeschäft ist zwar seit Herbst 2020 unabhängig als Siemens Energy an der Börse gelistet und damit sozusagen ausgezogen. Vollständig abgenabelt hat sich Siemens von der ehemaligen Tochter(gesellschaft) jedoch noch nicht, was nun teuer wurde. Das 35-prozentige Aktienpaket hatte so viel an Wert verloren, dass eine milliardenschwere Abschreibung nötig wurde und Siemens in der Konsequenz einen Quartalsverlust verbucht hat.

Die eigene Beteiligung verringern will Siemens vorerst nicht. Energy steckt schließlich mitten in der Übernahme der Tochtergesellschaft Gamesa. Noch mehr Verunsicherung kann der Energy-Kurs nicht gebrauchen. Darüber hinaus könnte Siemens derzeit aber ohnehin noch nicht einfach komplett loslassen. Schließlich sind Mutter und Tochter beispielsweise noch durch Gewährleistungspflichten verbunden.

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Das ebenfalls eigenständig notierte Medizintechnikgeschäft Healthineers ist dagegen ein Vorzeigekind mit überzeugenden Zahlen. Darüber kann Siemens sich als Mehrheitsaktionär nur glücklich schätzen. Familie kann man sich eben nicht aussuchen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kopplin, Ilka
Ilka Kopplin
Wirtschaftskorrespondentin in München.
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