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Zahlen des Streaming-Dienstes

Netflix in Not

EIN KOMMENTAR Von Roland Lindner, New York
 - 16:26
Für Serien wie „Stranger Things“ schließen immer noch viele Nutzer ein Netflix-Abo ab – allerdings nicht zu jedem Preis.

Schon lange hat der Videodienst Netflix ernstzunehmende Rivalen, etwa Amazon oder Hulu. Er blieb dabei bislang das Maß aller Dinge dieser Streaming-Plattformen. Nun aber erreicht der Wettbewerb eine neue Dimension, denn auch traditionelle Unterhaltungskonzerne drängen mit Macht in den Markt, an erster Stelle Disney. Das bringt nicht nur neue Wettstreiter, sondern bedeutet auch, dass Netflix viele der bislang von anderen Studios lizenzierten Inhalte verliert. Netflix argumentiert, das sei verschmerzbar, schließlich setze das Unternehmen ohnehin mehr auf eigene Shows wie „Stranger Things“, und darauf komme es den meisten Abonnenten an.

Das mag so sein. Aber diese Strategie ist auch enorm teuer: Sie zwingt Netflix, schnell mehr Geld zu verdienen – ob durch Preiserhöhungen oder das Anwerben neuer Kunden. Daher ist es beunruhigend, dass Netflix im jüngsten Quartal weniger Abonnenten gewonnen hat als erwartet. Zumal in Regionen, wo Gebühren angehoben wurden. Netflix muss seinen Kunden viel bieten, ohne dabei deren Zahlungsbereitschaft überzustrapazieren. Das ist ein Balanceakt, der im Zuge verschärfter Konkurrenz noch schwieriger werden dürfte.

Quelle: F.A.Z.
Autorenportät / Lindner, Roland
Roland Lindner
Wirtschaftskorrespondent in New York.
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