FAZ plus ArtikelÜberlastung

Tarifrunde im öffentlichen Dienst gefährdet neue Grundrente

Von Dietrich Creutzburg
22.10.2020
, 17:30
Die öffentlichen Arbeitgeber bieten Verdi an, den Zugang zu Altersteilzeit länger offen zu halten. Der Rentenversicherung droht dadurch aber ernste Personalnot – obwohl sie mit der Umsetzung der Grundrente ohnehin schon überlastet ist.

Der angestrebte Tarifabschluss im öffentlichen Dienst bringt die Umsetzung der im Juli beschlossenen neuen Grundrente für Geringverdiener in Gefahr. Wie die F.A.Z. aus Kreisen der Rentenversicherung erfuhr, herrschte dort am Donnerstag regelrecht Entsetzen über eine Passage im jüngsten Tarifangebot der öffentlichen Arbeitgeber an die Gewerkschaft Verdi: Dieses sieht neben dem eigentlichen Lohnangebot unter anderem vor, die Tarifregelungen für Altersteilzeit zu verlängern und den Zugang älterer Beschäftigter zu einem vorgezogenen Ruhestand bis Oktober 2023 offenzuhalten. Dies träfe in der Folge auch die Rentenversicherung als Arbeitgeber – in Form einer unerwarteten Personalnot.

Allein die Rentenversicherung Bund, die für knapp zwei Fünftel aller Rentner zuständig ist, müsse dann ungeplant bis zu 420 ältere Beschäftigte in den vorgezogenen Ruhestand ziehen lassen, hieß es. Sie benötigt derzeit aber alle verfügbaren Kräfte, um für mehrere Millionen Rentner zu prüfen, ob diese die komplizierten Voraussetzungen der Grundrente erfüllen. Im Juni hatte die Rentenversicherung Bund angekündigt, dass sie allein dafür mehr als 1000 neue Sachbearbeiter akquirieren müsse.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Wirtschaftskorrespondent in Berlin.
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