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Kommentar zu CO2-Einigung

Teurer Abschied vom Verbrenner

Von Martin Gropp
 - 17:11

Es ist gut, dass die Europäische Union die künftigen Grenzen für Kohlendioxidemissionen in der Autobranche nun schnell festlegen will. Der in der Nacht zu Mittwoch gefundene Kompromiss der europäischen Umweltminister, die CO2-Emissionen der Neuwagenflotten bis zum Jahr 2030 um 35 Prozent zu reduzieren, hat einen Vorteil: Jeder weiß, wohin die Reise im nächsten Jahrzehnt geht. Um das höhere Ziel Klimaschutz zu erreichen, wird sich der europäische PKW-Markt zu einem großen Teil vom Verbrennungsmotor verabschieden.

Die Emissionsziele stellen die europäische Autobranche vor große Herausforderungen. Zwar hätte es aus Sicht der Hersteller und Zulieferer auch schlimmer kommen können. Zu Beginn der Debatte stand immerhin kurzzeitig eine CO2-Reduktion um 50 Prozent im Raum.

Teure Effizienzsteigerungen

Die Begeisterung über die nun angepeilten niedrigeren Ziele hält sich trotzdem in ganz engen Grenzen. Das hat vor allem einen Grund: Auch wenn es vielleicht wünschenswert wäre, verlaufen die Effizienzsteigerungen von Verbrennungsmotoren nicht linear. Je sparsamer ein Motor werden soll, desto mehr Aufwand wird dafür nötig.

Es wird die Branche daher viel Geld kosten, Benzinmotoren und Dieselantriebe auf die neuen Abgasziele zu trimmen. Das wiederum wird sich auf die Kunden auswirken, denn die Preise für Neuwagen werden steigen. Ob der geringere Kraftstoffverbrauch diese Mehrkosten ausgleichen kann, ist unklar. Mithin werden die anvisierten Emissionsgrenzen das Angebot der Branche weiter in Richtung Elektromobilität treiben. Die Hersteller müssen auch hier Milliarden investieren, damit ihnen die Kunden folgen.

Wandel mit Chancen

Die Branche steht vor einem Wandel, der an vielen Stellen zu spüren sein wird. Ob er zu Arbeitsplatzverlusten führt, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Ganz sicher werden die notwendigen Investitionen den Gewinn der Eigentümer der Unternehmen schmälern, darunter auch viele Kleinaktionäre. Das dürfte sich auch im Steueraufkommen bemerkbar machen.

Der Wandel beinhaltet aber auch Chancen. Nicht nur Europa wendet sich vom Verbrennungsmotor ab. China, der größte Automarkt der Welt, setzt ebenfalls aus Umweltschutzgründen auf ein starkes Anwachsen der Elektromobilität. Um dort zu reüssieren, müssen europäische Autohersteller konkurrenzfähige Elektroautos im Angebot zu haben. Die Zeit dafür läuft längst, doch tickt die Uhr nun lauter als zuvor.

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Bis 2030
EU-Länder wollen härtere CO2-Limits

Quelle: F.A.Z.
Martin Gropp
Redakteur in der Wirtschaft.
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