Neue Therapien

Tod dem Krebs

EIN KOMMENTAR Von Andreas Mihm
25.08.2018
, 21:16
In der Diagnostik der Radiologie der Universitätsmedizin in Rostock wird ein Tumor im Gehirn eines Patienten festgestellt.
Die Onkologie vor dem Durchbruch? Möglicherweise, auch wenn die Studienlage noch dünn ist. Dennoch sollte die EU schnell handeln.

Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache, aber die Diagnose verbreitet den größten Schrecken. Zwar sorgt die Medizin mit immer subtileren Methoden des Schneidens, Bestrahlens und der chemischen Keule für beachtliche Lebensverlängerung, doch Heilung ist noch die Ausnahme. Neue Therapien, die körpereigene, manipulierte Zellen einsetzen, versprechen nun, Krebs auszuradieren.

Auch wenn die Belege noch auf dünnen Studien beruhen, sind sie so ermutigend, dass die EU die Zulassung schnell geben sollte. Diese Therapien wirken nur gegen spezielle Krebsarten. Doch weitere sind in Vorbereitung, womöglich steht die Onkologie vor einem Durchbruch. Es versteht sich, dass allein wegen der zuweilen lebensbedrohlichen Nebenwirkungen nur spezialisierte Zentren die Behandlung übernehmen sollten und über die Folgen strikt Buch geführt wird.

Auch ist nicht bekannt, welche Preise die Hersteller hierzulande aufrufen werden. In Amerika hat einer der Hersteller die Bezahlung davon abhängig gemacht, dass die Behandlung Erfolg hat. Das wirft weitere Fragen auf. Aber neue Behandlungsformen könnten auch ein Grund sein, um über innovative Bezahlmodelle nachzudenken.

Quelle: F.A.Z.
Andreas Mihm - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
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