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Deutscher Industriekonzern

Thyssen streicht 4000 Stellen in Deutschland

 - 13:36
Das Werk in Duisburg: Die Stahlfusion ist abgeblasen – und nun?

Der deutsche Industriekonzern Thyssen-Krupp hat eine dramatische Folge der gescheiterten Stahlfusion mit dem indischen Unternehmen Tata bekanntgegeben: 6000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Davon entfielen zwei Drittel, also ungefähr 4000, auf Deutschland, sagte der Thyssen-Vorstandsvorsitzende Guido Kerkhoff in einer Telefonkonferenz. Betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden, ergänzte Personalvorstand Oliver Burkhard. In der Gesamtzahl seien 2000 Stellen enthalten, die auch bei der Stahlfusion mit Tata gestrichen werden sollten. „Es ist ein recht tiefgreifender Einschnitt“, sagte Burkhard.

Eine Abspaltung des Stahls war ein Kernelement für den geplanten Umbau des Gesamtkonzerns. Die Zweiteilung in eine Werkstoff- und Industriegesellschaft ist nun vom Tisch, anstelle dessen will der der Vorstand dem Aufsichtsrat vorschlagen, die Aufzugssparte an die Börse zu bringen. Die Anleger an der Börse setzen offenbar sehr stark genau darauf: Der Thyssen-Aktienkurs legte an diesem Freitag um bis zu 20 Prozent zu während sich der Standardwerteindex Dax nur leicht positiv tendierte.

Ein Börsengang der Aufzugssparte war schon vor Jahren diskutiert worden, damals noch unter dem im vorigen Sommer zurückgetretenen Konzernchef Heinrich Hiesinger. Der hatte für die Fusion mit Tata entschieden – und gegen den Verkauf des Kronjuwels.

Noch vor wenigen Tagen hatte ein Thyssen-Sprecher Zuversicht verbreitet. Mit eher halbherzigen Zugeständnissen ist seinem Chef Kerkhoff nun jedoch nicht gelungen, die Wettbewerbsbedenken der Europäischen Kommission auszuräumen.

Einsparungen von bis zu 500 Millionen Euro im Jahr waren von dem neuen Stahlverbund erwartet worden. Mit 48.000 Beschäftigten und rund 17 Milliarden Euro Umsatz wäre das Gemeinschaftsunternehmen hinter Weltmarktführer Arcelor-Mittal zu einer starken Nummer zwei auf dem europäischen Stahlmarkt geworden. Nun muss Thyssen-Krupp die sich schon abzeichnende nächste Flaute allein bewältigen.

Quelle: bü./Reuters/dpa
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