FAZ plus ArtikelElefantenjagd in Afrika

Im Busch ist ein High-Tech-Krieg entbrannt

Von Philip Plickert, Thilo Thielke
06.01.2019
, 08:13
<b>Abschreckung:</b> Beschlagnahmte Elefantenstoßzähne, mehr als 100 Tonnen schwer, werden im Nairobi Nationalpark im April 2016 verbrannt.
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Wilderer töten jedes Jahr Tausende Dickhäuter in Afrika und verkaufen die Stoßzähne vor allem nach Asien. Ein Handelsverbot in China sollte die Elefanten-Massaker stoppen. Doch davon kann keine Rede sein.
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Die Bilder gibt es hundertfach: Blutige Elefantenkadaver liegen in der Savanne Afrikas. Die Stoßzähne fehlen, sie wurden abgesägt. Manchmal sind es einzelne Tiere, oft ganze Herden, die von Wilderern abgeknallt werden. Die illegalen Jäger kommen in Gruppen, manchmal sogar im Hubschrauber. Bewaffnet sind sie mit Kalaschnikow-Schnellfeuergewehren. Viele Parkranger dagegen, die zum Schutz der Tiere abgestellt sind, fahren in klapprigen Jeeps durch die Gegend. Es ist ein ungleicher Kampf. Und ein Multimilliardengeschäft für die Wilderer und Schmugglermafia. Rohelfenbein wird auf dem Schwarzmarkt für 1000 Dollar und mehr je Kilo gehandelt, ein großer Stoßzahn kann also 50.000 Dollar oder mehr einbringen.

Wegen der Wilderei sinkt die Zahl der Elefanten rapide. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten noch bis zu 5 Millionen Elefanten Afrikas Savannen und Wälder bevölkert, Anfang der achtziger Jahre sollen es noch 1,2 Millionen gewesen sein. Mittlerweile ist die Anzahl nach Schätzungen auf rund 400.000 gefallen. Allein im letzten Jahrzehnt soll der Kontinent ein Drittel seiner größten Tiere verloren haben. Die größten Populationen gibt es noch in Botswana, gefolgt von Zimbabwe und Tansania, wo allerdings große Gebiete schon nahezu leergewildert sind. Kleinere Bestände leben in Kenia, Namibia und Südafrika. Neben der Wilderei ist es der schwindende Lebensraum durch die Ausbreitung der menschlichen Siedlungen, der die Elefanten akut bedroht.

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Mehr als 20.000 Elefanten schießen Wilderer jedes Jahr. Ein Kilo Elfenbein bringt 1000 Dollar und mehr. Es tobt ein High-Tech-Krieg im Busch. Die zweite große Gefahr für die Wildtiere ist die Bevölkerungsexplosion.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Plickert, Philip
Philip Plickert
Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.
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