FAZ plus ArtikelDer Adidas-Chef im Gespräch

„Es wird zu viel Geld im Fußball ausgegeben“

Von Sven Astheimer und Rüdiger Köhn
29.05.2021
, 08:06
Adidas-Chef Kasper Rorsted
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Kurz vor der Europameisterschaft spricht Adidas-Chef Kasper Rorsted über die Bedeutung der Spiele und gedeckelte Sponsorenverträge. Und er verrät, warum es nach der Pandemie einen Politikwechsel in Deutschland braucht.
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Herr Rorsted, die Fußball-Europameisterschaft beginnt in gut zwei Wochen. Sind Sie schon aufgeregt?

Ja, und wie. Nicht nur als Sportfan und Fußballbegeisterter. Wir kehren damit zu einer gewissen Normalität zurück. Es sind ja nicht nur die Spiele, Fußballstadien mit Zuschauern oder der Auftritt der deutschen Nationalmannschaft. Mir ist genauso wichtig, dass damit hoffentlich der Amateursport wieder einen festen Platz in unserem Alltag bekommt. Das wird die Stimmung im Land enorm heben.

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Mehr Deutscher als Däne

Es sind zwei Herzen, die in Kasper Rorsteds Brust schlagen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten lebt der 59 Jahre alte Däne in Deutschland. Natürlich steht der begeisterte Fußballfan zur dänischen Nationalelf. Tritt diese aber gegen die DFB-Auswahl an, ertappt sich der Vorstandsvorsitzende von Adidas dabei, doch für die Deutschen zu fiebern – nicht nur, weil er der Drei-Streifen-Marke vorsteht, die die deutsche Nationalelf sponsert. Er lebt schon so lange hier, dass er sich eingestehen muss: „Am Ende bin ich mehr Deutscher als Däne.“

Rorsted trat im August 2016 bei dem Sportartikelhersteller in Herzogenaurach ein, um im Oktober darauf Herbert Hainer als Vorstandschef abzulösen, den heutigen Präsidenten des FC Bayern München. Zuvor hatte Rorsted acht Jahre an der Spitze des Konsumgüterkonzerns Henkel gestanden. Neben Markenexpertise hat er die Leidenschaft für den Fußball und für den FC Bayern München mitgebracht. Lockerheit und Ball-Kicken auf der Chefetage der Adidas Arena dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass Kumpelhaftigkeiten tabu sind. Es gibt eine höfliche Distanz: „Be always friendly but not friend“, lautet ein Leitspruch. Und doch ist er nahbar. Nach dem Lauf am Morgen und der Fahrt mit dem Rad ins Büro setzt er sich auf einen Kaffee ins Bistro des Foyers, liest Emails und ist für jeden ansprechbar.

Rorsted hat eine neue Kultur ins Unternehmen gebracht. Wie schon bei Henkel weht auch mal ein rauher Wind. Der Däne schreckte vor unpopulären Entscheidungen wie Werksschließungen nicht zurück. Bei Adidas hat er kurz nach Amtsantritt das defizitäre Golfgeschäft abgestoßen. Mit dem Verkauf von Reebok dauert es deutlich länger. Die Börse verzeiht ihm auch manch verunglückte Kommunikation etwa zu Mietstreichungen in Pandemiezeiten oder KfW-Kreditgarantien trotz Milliardengewinnen. Als Jungspund hat er sich sein Taschengeld mit Ferienarbeit aufgebessert, das Studium mit Studentenjobs mitfinanziert; vom Kloputzen bis zu Lagerarbeiten. (kön.)

Quelle: F.A.Z.
Sven Astheimer - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Sven Astheimer
Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.
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Autorenporträt / Köhn, Rüdiger (kön.)
Rüdiger Köhn
Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.
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