Amerikanischer Busanbieter

Greyhound stellt alle Routen in Kanada ein

14.05.2021
, 22:17
Die legendären Greyhound-Busse bringen seit mehr als 100 Jahren Menschen in Amerika zusammen. Nun ist in Kanada Schluss - dabei sind viele Menschen auf die Busse angewiesen.

Der ikonische US-Busanbieter Greyhound macht sein Kanada-Geschäft dicht. „Ein volles Jahr ohne Umsatz hat es leider unmöglich gemacht, den Betrieb fortzusetzen. Vielen Dank an unsere engagierten Mitarbeiter für ihr Engagement und ihren Service sowie an unsere Kunden, die sich in besseren Zeiten für Greyhound Kanada entschieden haben“, teilte das Unternehmen mit. Die Entscheidung trete mit sofortiger Wirkung in Kraft.

In den Vereinigten Staaten ist der Greyhound-Bus längst eine Transport-Legende mit über 100 Jahren Geschichte, in denen die Firma das Land zwischen Pazifik und Atlantik zusammenbrachte. Im noch größeren Kanada mit deutlich weniger Einwohnern gestaltete sich das Geschäft dabei sehr schwierig. Bereits 2018 stellte Greyhound seine Routen im Westen des Landes ein und nannte eine rückläufige Zahl an Kunden und die Konkurrenz durch andere Busunternehmen und Züge als Gründe. Die Corona-Pandemie habe die Nachfrage auf den restlichen Strecken dann um 95 Prozent einbrechen lassen – im Mai 2020 hatte Greyhound sich deshalb dafür entschieden, die Fahrten vorläufig auszusetzen.

Das Unternehmen teilte mit, dass Tickets erstattet würden. Die grenzüberschreitenden Strecken zwischen den großen Städten Montréal, Toronto und Vancouver und Zielen in den USA würden wieder gefahren, sobald die Grenze wieder offen sei.

Kanadas Verkehrsminister Alghabra sagte, viele Kanadierinnen und Kanadier seien auf den Greyhound angewiesen – die Regierung werde nun „die Optionen prüfen, um diese Lücke zu füllen“. Gewerkschaftschef John Costa nannte den Rückzug „eine niederschmetternde Nachricht“. Der Greyhound-Bus sei seit Generationen die einzige Möglichkeit gewesen, die Leute in den Kleinstädten in ganz Kanada mit den größeren Städten zu verbinden. Zudem würden 400 Fahrerinnen und Fahrer ihren Job verlieren.

Quelle: dpa/AFP
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