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Übernahmekampf

Arbeitnehmer wenden sich an Kernaktionär von Osram-Interessent AMS

Von Klaus Max Smolka
 - 15:19
Mitarbeiter des Unternehmens AMS.

Nachdem die österreichische AMS mit ihrem ersten Versuch zur Übernahme von Osram gescheitert ist, sehen Arbeitnehmervertreter eine noch größere Bedrohung durch einen zweiten Anlauf. Die Gewerkschaft IG Metall drückt entsprechende Sorgen in einem Schreiben an den singapurischen Staatsfonds und größten AMS-Aktionär Temasek aus, welches der F.A.Z. vorliegt.

Die IG Metall wiederholt darin zunächst ihr Urteil, der Erwerb wäre mit existenzgefährdender Verschuldung verbunden. Weiter: „Diese Situation würde sich bei einem potentiellen neuen feindlichen Übernahmeversuch noch deutlich verschlechtern. Unterschätzt werden unserer Ansicht nach dabei auch die weiteren Kosten verbunden mit dem Erwerb der von Hedgefonds gehaltenen Aktien am Ende eines solchen Übernahmeprozesses“, schreibt Klaus Abel, Osram-Aufsichtsrat und Gewerkschaftssekretär im IG Metall Vorstand an die Temasek-Vorstandsvorsitzende Ho Ching.

Dass Arbeitnehmervertreter sich mit einem Schreiben direkt an einen Aktionär wenden, ist ungewöhnlich – wobei die IG Metall schon während des ersten AMS-Anlaufs Temasek angeschrieben haben soll. Die Gewerkschaft versucht in dem Schreiben Temasek bei der Ehre zu packen, wohl mit Blick darauf, dass der Staatsfonds sich erklärtermaßen verstärkt als langfristig orientierter Investor in Deutschland engagieren will. Das feindliche Vorgehen von AMS sei nicht mit guter Unternehmensverantwortung in Einklang zu bringen, „es kann auch nicht mit dem bislang guten Ruf von Temasek in Deutschland in Einklang gebracht werden“, schreibt Abel.

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AMS hatte mit ihrer Offerte für Osram die Annahmeschwelle von 62,5 Prozent deutlich verfehlt. AMS ist inzwischen mit etwa 20 Prozent der größte Aktionär des Münchner Konzerns. Temasek ist nach Daten von Bloomberg mit 5,4 Prozent größter AMS- Aktionär. AMS könnte seinen Osram-Anteil jetzt mit Käufen an der Börse aufstocken, wobei ab 30 Prozent Anteil ein Pflichtangebot fällig wäre. Ebenso möglich ist eine neue Offerte über eine andere Tochtergesellschaft.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Smolka, Klaus Max
Klaus Max Smolka
Redakteur in der Wirtschaft.
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