Automobile

VW-Konzern will 10 Milliarden Euro einsparen

Aktualisiert am 14.09.2005
 - 11:46
Nur scheinbar alles im grünen Bereich
Der Volkswagen-Konzern will bis 2008 insgesamt rund 10 Milliarden Euro einsparen. Dies verlautete aus unternehmensnahen Kreisen. Bislang hat der Wolfsburger Automobilkonzern lediglich das Einsparziel für die Marke VW veröffentlicht.

Der Volkswagen-Konzern will bis 2008 insgesamt rund 10 Milliarden Euro einsparen. Dies verlautete aus unternehmensnahen Kreisen. Bislang hat der Wolfsburger Automobilkonzern lediglich das Einsparziel für die Marke VW veröffentlicht. Dort sollen die Kosten in den kommenden drei Jahren um 7 Milliarden Euro sinken. Weitere 3 Milliarden Euro, so hieß es, sollen in den übrigen Teilen des Konzerns eingespart werden, also im wesentlichen bei Audi, Skoda, Seat und den VW-Nutzfahrzeugen.

Die insgesamt 10 Milliarden Euro werden freilich nicht voll im Ergebnis durchschlagen, denn Volkswagen rechnet mit einem anhaltenden Preis- und Margendruck sowie mit Belastungen aus ungünstigen Wechselkursen (vor allem beim Dollar) und steigenden Rohmaterialpreisen. Dennoch soll der Sparkurs unter dem Strich zu einer deutlichen Erhöhung des Gewinns führen: Konzernchef Bernd Pischetsrieder hat angekündigt, daß das Konzernergebnis vor Steuern bis 2008 um 4 Milliarden Euro auf 5,1 Milliarden Euro steigen soll.

Der größte Teil der Einsparungen wird nach den Planungen des Vorstands aus dem Materialeinkauf kommen. Wie berichtet, will VW-Einkaufschef Garcia Sanz die Materialkosten allein bei der Marke VW um 3 Milliarden Euro senken (Hoher Ölpreis setzt Volkswagen unter Druck ). Die Produktionskosten in den VW-Werken sollen in den nächsten drei Jahren um 1,3 Milliarden Euro nach unten gehen. Davon entfällt ein großer Teil auf die Arbeitskosten. Ursprünglich wollte VW die Arbeitskosten bis 2011 um 2 Milliarden Euro reduzieren. Doch inzwischen hat Pischetsrieder die Losung ausgegeben, daß dieses Ziel deutlich früher erreicht werden soll. Daher stehen alle Modelle und alle Werke auf dem Prüfstand, wobei derzeit nicht über eine Fabrikschließung nachgedacht wird.

Eigene Rückversicherung gegründet

Volkswagen will stärker als bisher im Autoversicherungsgeschäft aktiv werden und hat daher die Zusammenarbeit mit der Allianz AG neu geordnet. Bislang ist der Konzern über seine Tochtergesellschaft VW Financial Services (VWFS) lediglich als Vermittler von Allianz-Kfz-Versicherungspolicen aufgetreten. Die Allianz wird auch weiterhin als Erstversicherungspartner mit VW kooperieren. Künftig wird aber der Konzern selbst die Hoheit über die Versicherungsprodukte haben und dabei das spezifische Profil der eigenen Kunden berücksichtigen. "Die Konzernkunden beeinflussen durch die Wahl ihres Fahrzeugs und dessen Ausstattung direkt die Höhe ihrer Versicherungsprämie", sagte VWFS-Chef Burkhard Breiing in Frankfurt. Fahrzeug und Ausstattung würden stärker als heute für die Preisfindung herangezogen. Wenn zum Beispiel ein VW-Käufer eine sicherheitsrelevante Sonderausstattung (wie Abstandsmelder beim Rückwärtsfahren oder ein Winterpaket) in seinem Fahrzeug habe, werde dies zu Nachlässen in der Prämie führen. Mit diesem Angebot, für das VW eigens eine Rückversicherungsgesellschaft gründet, hofft Breiing deutlich mehr Kunden zu einem Versicherungsabschluß beim VW-Händler zu bewegen. Bislang seien nur 27 Prozent der VW- und Audi-Käufer (mit insgesamt 1,6 Millionen Verträgen) via Volkswagen/Allianz versichert. Mittelfristig solle dieser Anteil verdoppelt werden, kündigte Breiing an.

Quelle: rit., F.A.Z., 14.09.2005, Nr. 214 / Seite 16
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