Autonomes Fahren

Der neue Audi mit dem Künstliche-Intelligenz-Knopf

Von Henning Peitsmeier
12.07.2017
, 14:59
So hat Audis Führung den neuen A8 in Barcelona präsentiert.
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Alleine einparken, Beschleunigen, Lenken und Bremsen - und der Fahrer muss nicht mehr permanent überwachen: Ein neues Audi-Modell hebt sich von der Konkurrenz ab, wenn es um künstliche Intelligenz geht.
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Eine in tiefes Blau getauchte Bühne, auf der zu lauter Musik und gleißenden Lichteffekten erst mehrere Tänzer und dann nicht weniger als 70 Autos ihre Runden drehen. Schließlich, nach einer Dreiviertelstunde des Wartens, wird der eigentliche Star präsentiert: der neue Audi A8. Für die pompöse Vorstellung seiner neuen Luxuslimousine wählte Audi die Fira Barcelona aus, in der regelmäßig der Mobile World Congress stattfindet.

Die gesamte Inszenierung dieses ersten „Audi Summit“ samt Live-Übertragung im Internet und „Keynote“ des Audi-Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler orientierte sich an den Veranstaltungen des iPhone-Konzerns Apple und sollte offenbar auch dem letzten der ungefähr 2000 Gäste klarmachen, dass sich die Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns in eine „Digital Car Company“ wandelt.

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KI an schalten per Knopfdruck

Barcelona sei der richtige Ort für alle, „die Fußball, Tapas und Picasso mögen“, sagte der Moderator auf der Bühne der Messehalle. Vorstandschef Stadler dürfte die katalanische Hauptstadt am Mittelmeer auch deshalb mögen, weil sie weit weg liegt vom Unternehmenssitz in Oberbayern, an dem es für langjährige Audianer wie ihn immer ungemütlicher wird.

Dort hat die Staatsanwaltschaft München in der Dieselaffäre zahlreiche Büros durchsucht und vorige Woche einen ehemaligen Motorenentwickler festgenommen. Der plaudert nun womöglich brisante Details über die Hintergründe der Softwaremanipulationen aus.

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In Barcelona aber ging es nicht um mögliche strafrechtliche Verfehlungen von Audi-Ingenieuren in der Vergangenheit, sondern um ihre Entwicklungen für die mobile Zukunft. Vom „Anfang einer neuen Ära urbaner Mobilität“ sprachen die Audi-Verantwortlichen und priesen die vierte Generation der A8-Limousine wahlweise als „Verkörperung von Status und Prestige“ oder als „Signatur-Auto“, welches das Markenversprechen „Vorsprung durch Technik“ einlöse.

Wie die Konkurrenten Mercedes S-Klasse und BMW 7er fährt auch der neue A8 teilweise selbständig. Er kann auf Knopfdruck einparken, und der Staupilot managt Anfahren, Beschleunigen, Lenken und Bremsen. So kann der Fahrer des A8 auf der Autobahn bis 60 Stundenkilometer die Hände vom Lenkrad nehmen. Das bieten zwar auch die weitaus erfolgreicheren Konkurrenten an, aber: Im Audi muss der Fahrer das Auto nun nicht mehr permanent überwachen. Diese Stufe des autonomen Fahrens nennen Fachleute Level 3.

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Aktiviert wird das System über die sogenannte AI-Taste auf der Mittelkonsole. Die zwei Buchstaben stehen für „Artificial Intelligence“ (künstliche Intelligenz). Audi verbindet damit Begriffe wie Autonomie, Intelligenz und Innovation. AI mache seinen Passagieren „mit Hilfe künstlicher Intelligenz das Leben leichter und die Fahrt sicherer“, sagte Stadler.

„AI denkt für den Fahrer“

Der Audi der Zukunft lerne dazu und passe die Technik den Bedürfnissen des Menschen an. „Audi AI unterstützt den Fahrer, denkt für ihn mit und erhöht seine Unabhängigkeit“, sagte Stadler. AI schlägt etwa Dienstleistungen vor und bucht sie auf Wunsch seiner Insassen wie ein Concierge.

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Wie funktionieren selbstfahrende Autos?

In den Handel kommt der A8 im Spätherbst dieses Jahres zu Preisen von 90.600 Euro an. Das ist kein Schnäppchen und trifft das Preisniveau des 7er-BMWs und der Mercedes S-Klasse. Nur am Rande erwähnt wurde die Motorisierung: Zur Markteinführung stehen zwei drei Liter große Sechszylinder zur Wahl, ein Benziner mit 340 PS und auch ein Diesel mit 286 PS. Etwas später folgen die vier Liter großen Achtzylinder, ein Benziner mit 460 PS und ein Diesel mit 435 PS. Und in der höchsten Leistungsstufe soll es einen Sechs-Liter-Zwölfzylinder mit 585 PS geben. All das klang dann wieder sehr nach Gegenwart und wenig nach einer neuen Ära der Mobilität. Verbrauchswerte für diese konventionellen Verbrennungsmotoren nannte Audi übrigens noch nicht.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Peitsmeier, Henning
Henning Peitsmeier
Wirtschaftskorrespondent in München.
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