Banken

Deutsche Bank tastet sich nach vorn

30.10.2003
, 14:10
Die Deutsche Bank hat dank solider Erträge sowie einer geringeren Risikovorsorge für faule Kredite im dritten Quartal nach Steuern mehr verdient als von Analysten erwartet. Der Eigenhandel fiel jedoch schwach aus.
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Die Deutsche Bank hat dank solider operativer Erträge sowie einer geringeren Risikovorsorge für faule Kredite im dritten Quartal nach Steuern mehr verdient als von Analysten erwartet. Während das Zins- und Provisionsgeschäft zulegte, konnte Deutschlands größtes Geldhaus allerdings beim Eigenhandel nicht an das Vorquartal anknüpfen.

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Der Gewinn nach Steuern betrage für Juli bis September 576 (Verlust im Vorjahreszeitraum 299) Millionen Euro, teilte die Deutsche Bank am Donnerstag mit. Unter dem Strich übertraf die Bank damit das Ergebnis des zweiten Quartals um vier Millionen und lag auch über den Analysten-Schätzungen von im Schnitt 487 Millionen Euro. Vor Steuern fiel der Gewinn mit 755 Millionen Euro allerdings knapp 50 Millionen Euro geringer als erwartet aus.

Uneinheitliche Zahlen

Die Aktie der Deutschen Bank verlor bis Donnerstagmittag 2,25 Prozent auf 56,45 Euro und war damit größter Verlierer im Dax. Die Analysten der HVB stuften das Quartalsergebnis als uneinheitlich ein. Das Ergebnis unter dem Strich sehe auf den ersten Blick zwar unterm Strich besser aus, das liege aber wohl an den niedrigeren Steuern.

Deutsche Bank weiter auf Sparkurs
Deutsche Bank weiter auf Sparkurs Bild: dpa

Handelsergebnis unter den Erwartungen

Im für die Banken traditionell schwachen dritten Quartal war das Handelsergebnis mit 940 (904) Millionen Euro besser als vor Jahresfrist, blieb aber klar hinter dem Rekord-Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro aus dem zweiten Quartal. Auch die Analysten hatten hier vom deutschen Branchenprimus viel mehr erwartet.

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Bei den zwei volumenmäßig größten operativen Ertragspositionen - dem Zins- und Provisionsgeschäft - schnitt die Bank besser ab als im Vorquartal. Der Zinsüberschuß betrug den Angaben zufolge 1,612 Milliarden Euro und der Provisionsüberschuß 2,379 Milliarden Euro. Die Risikovorsorge für das Kreditgeschäft fuhr die Bank weiter zurück auf 174 (753) Millionen Euro und lag damit auch unter dem Wert des zweiten Quartals von 340 Millionen Euro.

Sparkurs zeigt sich im Ergebnis

Bankchef Josef Ackermann hat den Sparkurs weiter forciert. Die Verwaltungsaufwendungen sanken im dritten Quartal auf 4,232 (4,892) Milliarden Euro. Bei der für die Refinanzierung wichtigen Kernkapitalquote liegt die Bank mit 9,5 Prozent per Ende September über ihrem Zielkorridor von acht bis neun Prozent.

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Im internationalen Vergleich abgeschlagen

Mit diesem Quartalsergebnis liegt die Bank weit vor dem zweitgrößten deutschen Kreditinstitut, denn die HVB hatte am Mittwoch einen Nettogewinn von 196 Millionen Euro veröffentlicht. An die starken Zahlen der internationalen Konkurrenz kommt die Deutsche Bank längst nicht heran - denn Citigroup und andere glänzten nicht nur im Investmentbanking, sondern auch im Privatkundengeschäft, das bei der Deutschen Bank nur etwa ein Drittel zum Gewinn beisteuert. Die Citigroup hatte im dritten Quartal mit 4,69 Milliarden Dollar netto etwa sieben Mal so viel wie die Frankfurter verdient.

Quelle: Reuters, vwd
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