FAZ plus ArtikelTrotz Glyphosat-Vergleich

Anwälte kämpfen weiter gegen Bayer

Von Roland Lindner, New York
27.06.2020
, 10:28
Hat Bayer in den Vergleichsverhandlungen Kapital daraus geschlagen, dass wegen der Corona-Krise derzeit in Amerika kaum Prozesse mit Geschworenen geführt werden?
Bayer hat in dieser Woche einen Vergleich um sein Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat angekündigt. Es geht um knapp 11 Milliarden Dollar. Kritiker bezweifeln, dass das reicht.
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Bayer hat in dieser Woche einen fast 11 Milliarden Dollar teuren Vergleich um sein Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat angekündigt und hofft, die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten in Amerika abhaken zu können. Aber nicht alle Klägeranwälte haben dem Abkommen zugestimmt. Von den 125.000 Klagen bleiben 30.000 ungelöst. Bayer meint, der jetzt geschlossene Vergleich werde ein Wegbereiter für eine baldige Beilegung der restlichen Fälle sein. In der Gesamtsumme sei dafür auch schon eine Vorsorge enthalten.

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Der Anwalt Fletch Trammell, der mit seiner Kanzlei im texanischen Houston 5000 Kläger vertritt, gehört zu denjenigen, die weiterkämpfen wollen. Im Gespräch mit der F.A.Z. sagt er, Bayer habe ihm in den Vergleichsverhandlungen „nicht annähernd genug“ geboten, eine Einigung habe für ihn in weiter Ferne gelegen. Er sei weiterhin bereit für Vergleichsgespräche und nehme Bayers Anrufe gerne entgegen. In der Zwischenzeit bereite er sich aber auf Prozesse für seine Mandanten vor. Dass der Konzern den Eindruck erweckt, mit dem Vergleich die juristische Unsicherheit um Glyphosat aus der Welt geschafft zu haben, hält er für verfrüht: „Das ist ganz klar noch nicht vorbei.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenportät / Lindner, Roland
Roland Lindner
Wirtschaftskorrespondent in New York.
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