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Übernahmepläne

Wenn die Musik verrät, wie es um Osram steht

 - 11:52
Gehört Osram bald zu AMS?

Warteschleifenmusik ist bei Osram alles andere als Zufall. Seit Monaten verbindet der Münchner Lichtkonzern damit bei seinen Telefonkonferenzen subtile Botschaften. Am Dienstag wurden die Journalisten mit der Ballade „Langsam wochs ma zsamm“ (“Langsam wachsen wir zusammen“) des österreichischen Schlagersängers Wolfgang Ambros auf das Einlenken des Vorstands zur Übernahme durch die steirische AMS eingestimmt. „Bei uns ist so etwas nie Zufall“, sagte Vorstandschef Olaf Berlien. „Bei jedem Call haben wir Musik, die die Stimmungslage bei uns widerspiegelt.“

Als sich der Osram-Vorstand noch heftig gegen die Übernahme wehrte, bekamen die Journalisten „Geld oder Leben“ von der österreichischen Satire-Band „Erste Allgemeine Verunsicherung“ zu hören, mit Zeilen wie „Es beherrscht der Obolus seit jeher unsern Globulus“ oder „Der Mammon, sagt man, sei ein schnöder, doch ohne ihn ist’s noch viel öder.“ Bei den Analysten war Osram noch deutlicher. Hier wählte der Osram-DJ die Rolling Stones: „You can’t always get what you want.“

Doch nun die Kehrtwende: Auf der Pressekonferenz kündigten sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat von Osram an, den Aktionären zu empfehlen, das 4,6 Milliarden Euro schwere Kaufangebot des österreichischen Chip- und Sensorhersteller AMS anzunehmen.

Man habe eine umfangreiche Vereinbarung mit den Österreichern geschlossen, die unter anderem Kündigungen an den deutschen Standorten infolge der Fusion bis Ende 2022 ausschließe, sagte Vorstandschef Olaf Berlien. Die ehemalige Siemens-Personalchefin Brigitte Ederer soll sicherstellen, dass die Vereinbarungen eingehalten werden.

Betriebsrat gegen Übernahme

Finanziell waren für den Konzern, der unter der schwachen Nachfrage der wichtigsten Kundengruppe in der Autoindustrie leidet, sowohl das Gesamtjahr als auch das vierte Quartal schwierig. Die Umsätze von Oktober 2018 bis September 2019 sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im zweistelligen Prozentbereich. Parallel schrieb das Unternehmen tiefrote Zahlen. Im Geschäftsjahr summiert sich der Verlust auf 467 Millionen Euro. Im 4. Quartal zog das Minus noch einmal deutlich auf 233 Millionen Euro an, nachdem Osram eine Wertberichtigung auf sein Gemeinschaftsunternehmen Osram Continental (OC) in Höhe von 171 Millionen Euro vorgenommen hatte.

Das aktuelle Übernahmeangebot von AMS für Osram läuft noch bis zum 5. Dezember. Die Österreicher bieten 41 Euro je Osram-Aktie. Im Vergleich zu ihrem ersten, gescheiterten Angebot haben sie den Preis damit nicht erhöht, allerdings wurde die Annahmeschwelle auf 55 Prozent gesenkt. Das zweite Angebot beschäftigt zudem inzwischen die Justiz. Der Gesamtbetriebsrat geht vor dem Oberlandesgericht Frankfurt gegen die deutsche Finanzaufsicht Bafin vor. Er will sie zwingen, das Angebot zu untersagen.

Quelle: Reuters/dpa
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