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Konzernumbau

Betriebsrat kämpft gegen Stellenabbau in der Commerzbank

Von Hanno Mußler
 - 16:06
Die Zentrale der Commerzbank

Die Commerzbank will ihre Kostenbasis von derzeit gut 6,5 Milliarden Euro im Jahr um eine Milliarde Euro senken – so hat es der Vorstand Ende September verkündet. 300 Millionen Euro soll die personalintensive Privatkundensparte einsparen – und das sorgt naturgemäß für Unruhe unter den Mitarbeitern. Denn nach Informationen der F.A.Z. soll die eine Hälfte der Einsparungen durch die Zusammenlegung mit der Direktbank Comdirect erreicht werden, die andere durch Straffungen im Filialnetzes. Nicht nur 250 Filialen sollen geschlossen oder zusammengelegt werden, auch Arbeitsplätze werden gestrichen und Berichtslinien eingeführt. Dagegen läuft der Gesamtbetriebsrat Sturm.

In einer sechsseitigen Informationsschreiben, das der F.A.Z. vorliegt, zeigt sich der Gesamtbetriebsrat zunächst überrascht über das Ausmaß des Strategieschwenks, habe doch Personalvorstand Bettina Orlopp noch am 5. Juni in einer Sitzung nur kleine Strategieänderungen und den Ausbau des Geschäfts mit Privat- und Geschäftskunden angedeutet. Jetzt sei ein Mitarbeiterabbau im Ressort Privat- und Geschäftskunden vorgesehen. „Wie hoch dieser Abbau sein soll, wurde auch auf unsere Nachfrage hin nicht genau und auch nicht ungefähr beantwortet. Es war von einer ,vierstelligen Anzahl‘ die Rede – inklusive dem Abbau in der Comdirect“, heißt es in dem Schreiben des Betriebsrats.

Der Abbau von mehr als 1000 Stellen in der Privat- und Geschäftskundensparte wäre insofern plausibel, als die Commerzbank insgesamt 3400 Arbeitsplätze abbauen will – ein Teil wird auf die frühere Paradesparte „Firmenkunden“ entfallen, die unter den Niedrigzinsen besonders leidet. Der andere Teil aber wird eben auf die Privat- und Geschäftskundensparte fallen, die zwar in den vergangenen Jahren gemessen an neuen Kunden und Vermögen unter Verwaltung besser als geplant gewachsen ist, deren Erträge aber vor allem wegen der Niedrigzinsen etwa in der Baufinanzierung rund 1 Milliarde und damit etwa 25 Prozent niedriger liegen als 2016 geplant.

Personalabbau gleiche Zusammenbruch des Filialbetriebs

Noch ist über den Stellenabbau nicht entschieden, die Gespräche zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung beginnen erst im November. Aber der Betriebsrat fährt schon einmal scharfe Geschütze auf und sieht den Betrieb in den Filialen durch einen weiteren Personalabbau in den noch 1000 Filialen gefährdet. Daran ändere auch nichts, dass durch 200 Filialen weniger – 250 sollen geschlossen, 50 an neuen Standorten innerhalb von vier Jahren eröffnet werden – auch einige der etwa 10000 Arbeitsplätze in den Filialen neu zugeordnet werden könnten. „Auch wenn es zu Schließungen von Filialen käme, ist aus unserer Sicht ein weiterer Personalabbau gleichbedeutend mit dem Zusammenbruch des Filialbetriebs“, formuliert der Betriebsrat drastisch. Außerdem stört den Betriebsrat, dass nun abermals im Filialnetz umstrukturiert wird. Der Vorstand hält es für nötig, Verantwortlichkeiten in der Fläche zu bündeln, etwa das kleinere Filialleiter Verantwortung an größere abgeben. Gleichzeitig will er einen eigenen Bereichsvorstand und damit eine eigene Berichtslinie für Unternehmerkunden – also kleine Geschäftsleute wie Rechtsanwälte, Bäcker und Ärzte – einführen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Hanno
Hanno Mußler
Redakteur in der Wirtschaft.
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