Mittel gegen die Pandemie

Biontech-Chef: Impfstoff wird bald für Kinder zugelassen sein

29.04.2021
, 09:39
Macht eine weitere Zuversicht stiftende Ansage: Biontech-Gründer Ugur Sahin
Das Mainzer Unternehmen kommt mit dem Impfstoff für Jüngere voran. In Amerika hat es entsprechende Daten schon eingereicht. Unterdessen will Moderna in diesem Jahr bis zu einer Milliarde Corona-Impfdosen liefern.
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Das Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech rechnet mit einer baldigen Zulassung seines Corona-Impfstoffes für Kinder. „Wir haben die Studiendaten für die 12- bis 15-Jährigen in den Vereinigten Staaten für die bedingte Zulassung eingereicht, in Europa sind wir in den letzten Zügen vor der Einreichung“, sagte Biontech-Gründer und Vorstandschef Ugur Sahin dem „Spiegel“.

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Am kommenden Mittwoch solle bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine Zulassung für Kinder ab zwölf Jahren beantragt werden. Bei den schon in der EU zugelassenen Corona-Vakzinen vergingen zwischen Antrag und Zulassung einige Wochen. Anfang April hatten die Impfstoffpartner Biontech und Pfizer die Notfallzulassung für diese Altersgruppe in Washington eingereicht. Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der EU ist der Impfstoff bisher für Menschen ab 16 Jahren zugelassen.

Die Mainzer und der amerikanische Konzern testen inzwischen das Vakzin auch bei Kindern ab dem sechsten Lebensmonat bis zum 11. Lebensjahr, im März wurden die ersten Kinder in dieser Studie geimpft. „Im Juli könnten erste Ergebnisse für die Fünf- bis Zwölfjährigen, im September für die jüngeren Kinder vorliegen, die Auswertung dauert etwa vier bis sechs Wochen“, sagte Sahin. „Wenn alles gut geht, können wir, sobald die Daten ausgewertet sind, in verschiedenen Ländern den Antrag auf Zulassung des Impfstoffs für alle Kinder der jeweiligen Altersgruppe einreichen.“

Ende März hatten Biontech und Pfizer von sehr hohen Antikörperantworten aus der Zulassungsstudie bei 12- bis 15-Jährigen berichtet. Der Impfstoff sei gut vertragen worden und habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gegen Covid-19 geboten. Pfizer-Chef Albert Bourla hatte die Hoffnung geäußert, vor Beginn des nächsten Schuljahres mit dem Impfen dieser Altersgruppe beginnen zu können.

Moderna erhöht Produktion

Unterdessen will der amerikanische Pharmakonzern Moderna seine Produktion von Corona-Impfstoffen erhöhen und allein in diesem Jahr bis zu eine Milliarde Dosen ausliefern. Im kommenden Jahr sollen es bis zu drei Milliarden Impfdosen sein, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Es verwies zudem auf Studienergebnisse, wonach der Impfstoff länger im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad haltbar sei als bisher angenommen, nämlich drei Monate statt einem. Das würde die Handhabe des ansonsten bei minus 20 Grad gelagerten Vakzins erleichtern.

Das Präparat von Moderna ist einer von vier Corona-Impfstoffen mit einer Zulassung in der Europäischen Union. Er nutzt ähnlich wie das Mittel von Biontech /Pfizer die neuartige mRNA-Technologie und gilt als sehr zuverlässig und sehr sicher. Die EU hat in zwei Rahmenverträgen bis zu 460 Millionen Dosen von Moderna bestellt, darunter eine Option auf 150 Millionen Dosen, die erst 2022 geliefert würden.

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Wie das Unternehmen mitteilte, sollen die Produktionskapazitäten unter anderem in der Schweiz und in Spanien stark ausgebaut werden. An beiden Standorten soll jeweils doppelt so viel Wirkstoff hergestellt werden wie bisher. Moderna gehe davon aus, dass sowohl für Auffrischungen von bereits Geimpften als auch für die Impfung von Kindern und Jugendlichen auch in den nächsten Jahren große Mengen Corona-Impfstoff benötigt werden. Der mRNA-Impfstoff könne auch an Varianten schnell angepasst werden.

Quelle: FAZ.NET/Reuters/dpa
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