FAZ plus ArtikelBosch-Chef im Interview

„Autos mit Verbrenner wird es weiter geben“

Von Sven Astheimer und Gustav Theile
30.06.2022
, 08:19
Abendlicher Berufsverkehr in Berlin
Stefan Hartung führt mit Bosch den größten Autozulieferer der Welt. Er warnt vor Technikverboten, erklärt die Chancen des Wasserstoffs – und sagt, wieso es ohne China nicht geht.
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Herr Hartung, Sie führen den größten Autozulieferer der Welt. Was halten Sie vom Beschluss des Ministerrats zum Verbrennerverbot in der EU vom Jahr 2035 an?

Wir können das Ziel mittragen, die CO2-Emissionen von Neufahrzeugen bis 2030 um 55 Prozent und bis 2035 um 100 Prozent zu senken. Doch für die Entscheidung sind zwei Aspekte wichtig: Die verbindliche Technologieentscheidung für das Jahr 2035 schränkt den Spielraum für Innovationen zu stark ein. Man trifft so Annahmen über einen Zeitraum von 13 Jahren hinweg, ohne die Bandbreite möglicher Innovationen zu kennen. Daher sind wir grundsätzlich für einen technologieoffenen Ansatz und begrüßen eine Öffnungsklausel, wie möglicherweise die nun von den EU-Umweltministern zu den E-Fuels gefundene. Weltweit wird es ohnehin weiter Autos mit Verbrennungsmotor geben, und die können auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. 2035 ist für die Autoindustrie nicht weit weg. Europa sollte in diesem Zeitraum innovationsfreudig bleiben.

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Zur Person

Optimist und Menschenfänger – so wird Stefan Hartung, der seit einem halben Jahr Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch ist, häufig beschrieben. Während sein Vorgänger Volkmar Denner als distanziert galt, ist der aus Dortmund stammende Hartung eher zu Späßen und lockerem Geplauder aufgelegt. Der Ingenieur, der nach dem Studium zunächst für die Fraunhofer-Gesellschaft und die Unternehmensberatung McKinsey arbeitete, ist seit 18 Jahren für Bosch tätig. Er durchlief in dieser Zeit die verschiedensten Abteilungen und Geschäftsbereiche des breit aufgestellten Stiftungskonzerns. Zunächst arbeitete er für Bosch Siemens Hausgeräte und vermarktete Geschirrspüler. Dann kümmerte er sich um Elektrowerkzeuge für Handwerker und wurde dort zum Vorstand für die Fertigung. Im Jahr 2009 übernahm er dann die Leitung des gesamten Werkzeug-Geschäftsbereichs. Seit dem Jahr 2013 gehört er der Geschäftsführung von Bosch an. Er ist dort zunächst für die Energie- und Gebäudetechnik zuständig gewesen, wo er den Ausstieg aus dem Solargeschäft verantwortete. Von Januar 2019 an führte er das wichtige Autozulieferergeschäft. Anfang 2022 übernahm er schließlich die Konzernführung. Hartung ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Quelle: F.A.Z.
Sven Astheimer - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Sven Astheimer
Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.
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Autorenporträt / Theile, Gustav
Gustav Theile
Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.
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