FAZ plus ArtikelUnternehmergespräch

„Bürostühle sind Sitzmaschinen“

Von Ilka Kopplin
02.07.2022
, 13:06
Prüfstand für Bürostühle, Styroporformteile in der Musterpolsterei, Cocooning Möbel
Der Büromöbelhersteller Dauphin fertigt rund 1800 Stühle täglich. Für Supermarktkassen, für Chefetagen – aber auch für Hollywood.
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Unter den Mitarbeitern ist es schon fast zu einer Manie geworden, in Kinofilmen Stühle aus dem eigenen Haus zu erspähen. Antje Dauphin ist im Zweifel ganz vorne mit dabei, ist sie als Tochter des Unternehmensgründers doch mit allen Modellen groß geworden. Woran sie sich besonders gern erinnert? Bruce Willis in einer Szene der Action-Filmreihe „Stirb langsam“. Während Willis überlebt, wird der Bürostuhl durch eine Bombenexplosion im Fahrstuhlschacht zerstört. Achselzucken, Lachen, weiter geht’s. Die geschäftsführende Gesellschafterin des gleichnamigen Büromöbelherstellers Dauphin aus Offenhausen nahe Nürnberg ist selbst immer in Action, wie sie sagt. Nicht zuletzt, weil sie eine Rennfahrerlizenz besitzt und eine Leidenschaft für alles Motorisierte hat. Schon 13 Mal ist sie das berühmte Oldtimer-Rennen Mille Miglia gefahren. Die Familie pflegt eine große Oldtimer-Sammlung mit Zweirädern und Autos aus den vergangenen Jahrzehnten.

Auch ihr Werdegang gleicht eher einer kurvigen Piste als einer geradlinigen Autobahn: Die 1964 in Nürnberg geborene Tochter des Gründers Friedrich-Wilhelm Dauphin geht erst einmal ihren eigenen Weg. Kaum erwachsen, eröffnet sie ihre eigene Boutique. „Ich war damals gerade 18 Jahre alt und habe mein Geschäft neben der Schule aufgebaut“, erzählt die gelernte Industriekauffrau. Das sei ein ganz kleiner Laden gewesen, gerade mal 30 Quadratmeter. 30.000 Mark habe sie sich von der Bank geliehen, die Wände selbst gespachtelt, um Geld zu sparen. Sie fährt sogar nach Italien, um vor Ort die neueste Mode einzukaufen.

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Das Unternehmen und die Unternehmerin

Das Unternehmen

Im Jahr 1968 übernimmt Friedrich-Wilhelm Dauphin die deutsche Niederlassung des britischen Bürostuhlherstellers Evertaut, aus der später die heutige Dauphin-Gruppe hervorgeht. Nach wenigen Jahren entwickelt und produziert er eigene Modelle. Seine Tochter Antje Dauphin steigt Anfang der 1990er-Jahre ein. Mit den Jahren expandiert das Unternehmen, übernimmt die Marken Bosse, Trendoffice und Züco und gründet in Amerika einen Standort. Mittlerweile arbeiten rund 650 Beschäftigte für Dauphin, und das Portfolio umfasst weit mehr als Bürostühle. Krisenbedingt lag der Umsatz 2020 nur bei 106 Millionen Euro.

Die Unternehmerin

Die 1964 in Nürnberg geborene Antje Dauphin ist geschäftsführende Gesellschafterin des gleichnamigen Büromöbelherstellers. Ihr Weg war nicht vorgezeichnet, im Gegenteil, als junge Frau hat sie sich zunächst mit einer Boutique selbständig gemacht. Sie liebt Autofahren und alles Motorisierte. Schon 13 Mal ist sie das berühmte Oldtimerrennen Mille Miglia gefahren, schließlich pflegt die Familie eine große Sammlung an alten Zweirädern und Autos. Ihre Kinder Jil und Julien sind ebenfalls Gesellschafter, ihr Sohn ist auch operativ im Unternehmen tätig. Mit Enkelin Joy steht die nächste Generation schon bereit.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kopplin, Ilka
Ilka Kopplin
Wirtschaftskorrespondentin in München.
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