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„Wir wollen den Charakter des Dirndls erhalten“

Von Henning Peitsmeier
12.08.2022
, 13:58
Marco   Ehrenleitner ist Geschäftsführer in vierter Generation und hält am Kurs seiner Vorgänger fest.
Chiemseer Dirndl & Tracht produziert noch immer vor Ort. Das wirkt wie aus der Zeit gefallen, hat aber Zukunft, versichert der Chef.
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Neben dem Regal mit den farblich sortierten Spindeln hängt ein Kalender aus dem Jahr 2020. Die Corona-Pandemie hat auch in der Nähstube des traditionsreichen Bekleidungsherstellers Chiemseer Dirndl & Tracht die Zeit angehalten. „Wir waren fast ein halbes Jahr komplett geschlossen und haben erst seit Ende April den Betrieb wieder voll hochgefahren“, sagt Geschäftsführer Marco Ehrenleitner. Doch auch ungeachtet der zwei Jahre andauernden Corona-Verwerfungen sieht es in dem kleinen Familienunternehmen aus wie in einem Museum.

Mechanische Pfaff-Nähmaschinen aus vergangenen Epochen sind hier im Einsatz, Stoffbahnen werden mit Pappschablonen von Hand zugeschnitten, und in Ehrenleitners Büro steht auf dem rustikalen Eichentisch noch eine alte Schreibmaschine. Der jugendlich wirkende Chef, der an diesem heißen Sommertag in Shorts, T-Shirt und Flipflops herumläuft und erst später für das Fotoshooting Lederhosen und Trachtenhemd anzieht, wirkt in der historischen Kulisse irgendwie deplatziert. Eher könnte er ein hippes Start-up in München führen oder Surflehrer am nahe gelegenen Chiemsee sein. „Das hier ist das Büro von meinem Großvater“, sagt er und lächelt verschmitzt.

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In Übersee im Chiemgau werden noch immer Dirndl genäht. Chiemseer Dirndl & Tracht, 1926 gegründet, ist einer der letzten Hersteller in Deutschland. Die Dirndl werden in einem eigenen Atelier designt und von 14 Näherinnen in Kleinserien hergestellt. Produktion, Verkauf und Vertrieb findet in ein und demselben Geschäftshaus statt, in dem auch noch Seniorchef Rudolf Ehrenleitner lebt. Der Familienbetrieb verkauft seine Waren ausschließlich im eigenen Ladenlokal mitten im Dorf und über die eigene Website mit weltweitem Versand. Die Erlöse liegen nach eigenen Angaben im einstelligen Millionenbereich.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Peitsmeier, Henning
Henning Peitsmeier
Wirtschaftskorrespondent in München.
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