FAZ plus ArtikelUnternehmen in China

Kofferpacken für den Ernstfall

Von Niklas Záboji
06.08.2022
, 19:33
Autoproduktion in China: Noch sind westliche Marken hier tonangebend.
Die wirtschaftliche Verflechtung mit China ist eng, ein Kurswechsel wegen geopolitischer Komplikationen für Unternehmen undenkbar – eigentlich. Intern läuft die Szenarioanalyse in den Konzernzentralen längst auf Hochtouren.
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So offen wie Carlos Tavares sprechen wenige. Wenn politische Spannungen wie in Iran und Russland in gegenseitigen Sanktionen enden, müsse sich ein Unternehmen entscheiden, sagte der Chef des Opel-Mutterkonzerns Stellantis fünf Tage vor Nancy Pelosis Besuch in Taiwan. Er selbst habe die Entscheidung für den viertgrößten Autohersteller der Welt, den er führt, derweil schon getroffen. „Wir sind ein westliches Unternehmen“, stellte Tavares klar. Ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) mit der staatlichen chinesischen Guangzhou Automobile Group stampfte er kürzlich ein. Tavares begründete das mit der seit fünf Jahren wachsenden Einmischung Pekings in die Geschäftswelt. „Westliche Unternehmen haben immer mehr Probleme in ihren chinesischen Betrieben“, resümierte der Stellantis-Chef.

Manch einer meint, Tavares habe gut reden. Mehr als 152 Milliarden Euro setzte sein Konzern voriges Jahr um, davon entfielen nicht einmal 4 Milliarden Euro auf die Region China, Indien und Südostasien. Entstanden aus der Fusion des italienisch-amerikanischen Herstellers Fiat-Chrysler mit dem französischen Hersteller Peugeot-Citroën, wäre ein Abschied aus Fernost für Stellantis somit zu verschmerzen. Andere haben es da viel schwerer, voran die deutschen Hersteller Volkswagen und Daimler. Mehr als jedes dritte Auto verkaufen sie mittlerweile in China, kein anderer Markt ist für sie wichtiger. Bei Daimler sind die Chinesen mit der staatlichen Beijing Automotive Group sogar größter Einzelaktionär. Im Grunde ist angesichts dieser Abhängigkeit als Unternehmen kaum vorstellbar, mit China zu brechen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Zaboji, Niklas
Niklas Záboji
Wirtschaftskorrespondent in Paris
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