FAZ plus ArtikelSchlüsseltechnologie Chips

Europas Position als Bittsteller ist schlicht nicht haltbar

Von Stephan Finsterbusch
20.09.2021
, 20:45
Infineon hat gerade ein neues Werk im österreichischen Villach eröffnet.
Halbleiter sind knapp, stecken aber überall drin. Europa will wieder aufschließen zu den Besten der Welt – mit einem Plan, der viel Geld und Zeit kosten wird.
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Europa will sich nach jahrelangem Zögern daranmachen, in vielversprechenden Zukunftsbranchen dickere Bretter zu bohren: etwa in der Batterietechnik, bei Elektroautos, in der Quanten-, Nano- oder der Biotechnologie. Vor allem aber in der Halbleiterindustrie. Denn die globalen Engpässe in der Versorgung mit Prozessoren, Sensoren und Speicherchips haben nicht nur hiesige Autohersteller und Kunden aus dem Maschinenbau alarmiert, sondern auch die Politik.

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Nachdem Brüssel die Branche 20 Jahre lang faktisch links liegen gelassen, den Untergang oder Verkauf europäischer Anbieter wie des Speicherchipherstellers Qimonda AG oder zuletzt des deutsch-britischen Chipdesignhauses Dialog Semiconductor als marktgegeben oder wettbewerbskonform hingenommen sowie den gleichzeitigen Aufstieg der staatlich subventionierten Anbieter aus Asien tatenlos mitangesehen hatte, kann es plötzlich nicht schnell genug gehen: Binnen einer Dekade will die EU nach den Worten von Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission, in ihrer „Rede zur Lage der EU“ ein „hochklassiges europäisches Chip-Ökosystem“ schaffen. Danach soll der Aufbau hiesiger Kapazitäten zur Fertigung forciert und der Chip-Marktanteil Europas von neun Prozent auf mindestens 20 Prozent des Branchenumsatzes gesteigert werden.

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Stephan Finsterbusch  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Stephan Finsterbusch
Redakteur in der Wirtschaft.
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