CO2-Bindung

Für diese Technologie will Elon Musk einen Millionenpreis vergeben

22.01.2021
, 10:30
100 Millionen Dollar – so viel ist dem Tesla-Chef die „beste Technologie“ zur Kohlenstoffbindung wert. In einer kryptischen Mitteilung auf Twitter hat er das Preisgeld ausgerufen.

Seit einigen Wochen ist Tesla-Chef Elon Musk der reichste Mensch der Welt. Auf 201 Milliarden Dollar (rund 165 Milliarden Euro) beziffert die Nachrichtenagentur Bloomberg sein Vermögen, das von dem jüngsten Auftrieb der Tesla-Aktien an der Börse profitiert. Damit verfügt der Elektroauto-Pionier über mehr Geld als Amazon-Chef Jeff Bezos, der die illustre Liste lange Zeit angeführt hatte.

Genug Mittel hat Musk also für sein neuestes Vorhaben: 100 Millionen Dollar will er demjenigen zahlen, der die beste Technologie zur Kohlenstoffbindung vorlegt. Das verkündete der gebürtige Südafrikaner am Freitag in einer kurzen Mitteilung auf Twitter. Details würden kommende Woche folgen, versprach er in einem zweiten Tweet.

Was genau den Tesla-Chef zu seiner Preisausschreibung antreibt, bleibt also zunächst unklar, sie deckt sich aber mit seinem generellen Interesse, Umweltprobleme mithilfe von Technologie zu lösen. Tesla-Wagen fahren elektrisch, also ohne den Ausstoß schädlicher Umweltgase. Doch in der Produktion fallen freilich Emissionen an und auch seine zweite Leidenschaft, mit seinem Unternehmen Space X das Weltall zu erkunden, hinterlässt einen nicht unerheblichen CO2-Fußabdruck.

Kurz nachdem Musk zum reichsten Menschen der Welt erklärt worden war, suchte er wie zuvor schon Amazon-Chef Bezos in den sozialen Medien nach Rat, wie er seinen Reichtum am besten mit der Welt teilen sollte. Bislang war Musk nicht als großer Philanthrop aufgefallen, einer Analyse der Nachrichtenseite Quartz zufolge hat er 257 Millionen Dollar (rund 0,1 Prozent seines aktuellen Vermögens) an die Musk Stiftung gespendet, die sich für die Erforschung von Zukunftstechnologien einsetzt.

Auch ist unklar, welche technologische Neuerung sich Musk erhofft. Technologien zur CO2-Abschneidung und -Speicherung gibt es nämlich schon. Beim sogenannten Carbon Capture and Storage (CCS) werden CO2-Emmissionen in der Produktion oder aus der Luft abgeschnitten, in unterirdische Lagerstätten gepresst und somit langfristig der Atmosphäre entzogen. In Norwegen praktiziert der Staatskonzern Equinor dieses Verfahren schon seit Mitte der neunziger Jahre, rund 30 Millionen Tonnen CO2 – zwei Drittel der jährlichen Emissionen des Landes – hat das Unternehmen auf diesem Weg schon unter die Erde gebracht.

In Deutschland kommt CCS bislang nicht zum Einsatz: Nach einem kurzen Intermezzo im brandenburgischen Ketzin wurden die Forschungen an der Technologie vor ein paar Jahren eingestellt – obwohl die beteiligten Wissenschaftler des Deutschen Geoforschungszentrums damals zu dem Schluss gekommen waren, dass das Verfahren sicher und sinnvoll sei. Gegen den Widerstand von Umweltverbänden, die in CCS-Standorten „tickende CO2-Zeitbomben“ sahen, kam die Politik jedoch nicht an.

Quelle: jvb.
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