Allianz-Risk-Barometer

Cyberattacken sind die größte Sorge der Unternehmen

Von Henning Peitsmeier, München
18.01.2022
, 10:23
Alarmstufe Rot hat das BSI im vergangenen Jahr schon ausgerufen.
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Die IT-Sicherheit ist nach Ansicht der Unternehmen rund um den Globus das bedeutendste Risiko in diesem Jahr, zeigt eine neue Umfrage. Und nicht nur das.
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Ende des vergangenen Jahres hat eine Sicherheitslücke in dem weitverbreiteten Programmbaustein „Log4j“ viele Unternehmen in helle Aufregung versetzt. Deutschlands oberste Cyber­sicherheitsbehörde BSI rief die höchste Alarmstufe aus, etliche Großkonzerne wie Volkswagen, SAP und die Deutsche Telekom ergriffen Gegenmaßnahmen und spielten schnell Updates ein, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen.

Immer mehr Unternehmen fürchten eine Welle von Cyberattacken. Sie sind in diesem Jahr die größte Sorge für die globale Wirtschaft. Die Bedrohung durch Ransomware-Angriffe, Datenschutzverletzungen und IT-Ausfälle be­unruhigten die Unternehmen sogar noch mehr als Geschäfts- und Lieferkettenunterbrechungen, Naturkatastrophen und die Covid-19-Pandemie, heißt es im sogenannten Allianz Risk Barometer, das der Industrieversicherer der Allianz , die Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS), nun veröffentlicht hat.

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Danach Betriebsunterbrechungen

Neben den Gefahren für die IT stellen Betriebsunterbrechungen die größten Geschäftsrisiken dar. In Deutschland ist die Reihenfolge umgekehrt. „Störungen des Betriebes werden wahrscheinlich auch 2022 das wichtigste Risikothema bleiben“, erklärte AGCS-Chef Joachim Müller. „Für die meisten Unternehmen ist die größte Angst, ihre Produkte nicht herstellen oder ihre Dienstleistungen nicht er­bringen zu können.“

Allerdings sind Be­triebsunterbrechung, Cyber und auch die Pandemie eng miteinander verknüpft, zeigen sie nach Einschätzung von Fachleuten doch die wachsende Verwundbarkeit einer hochgradig globalisierten und vernetzten Welt. „Die Ballung sich gegenseitig verstärkender Ereignisse hat sicher eine neue Dimension erreicht“, sagte Jürgen Wiemann, Leiter der AGCS-Sachversicherung in Zentral- und Osteuropa. Dass die Corona-Sorgen in der Wirtschaft ab­nehmen und im Ranking hinter den Naturkatastrophen nur noch auf Rang vier liegen, dürfte nach seinen Worten auch dem Umfragezeitpunkt im No­vember geschuldet sein, als die Omi­kron-Variante noch nicht die Schlagzeilen beherrschte.

Die AGCS untersucht seit elf Jahren die wichtigsten Risiken für Unternehmen in aller Welt und befragt dazu die Risikofachleute aus verschiedenen Branchen. Im vergangenen Jahr wurden 2650 Fachleute aus 89 Ländern befragt, da­runter Vorstände, Risikomanager, Makler und Versicherungsfachleute. Das Ri­siko-Barometer der Münchner zeigt, dass die Gefahr eines Cyberangriffs (44 Prozent der Antworten) ganz oben auf der Sorgenliste der Experten steht, dicht ge­folgt von der Betriebsunterbrechung (42 Prozent) und den Naturkatastrophen (25 Prozent).

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Die jüngsten Angriffe zeigten einen besorgniserregenden Trend wie „doppelte Erpressungstaktiken“, bei denen die Verschlüsselung von Systemen mit Datendiebstahl kombiniert würden, sag­te AGCS-Cyber-Fachmann Jens Krickhahn. Und obwohl viele Unter­neh­men stark in die IT-Sicherheit in­vestiert hätten, fänden Angreifer im­mer wieder neue Lücken.

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Quelle: hpe.
Autorenporträt / Peitsmeier, Henning
Henning Peitsmeier
Wirtschaftskorrespondent in München.
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