Tierschutz

Wie ein Start-up herrenlosen Hunden in Rumänien hilft

Von Mariia Simona Kirova, Heinz-Berggruen-Gymnasium, Berlin
14.05.2022
, 17:12
Millionen Hunde leben auf der Straße.
Zwei Studenten haben das Sozialunternehmen Hunderunde gegründet. Sie verkaufen Armbänder, Hoodies und Futternäpfe – und haben so schon rund 700 Kastrationen ermöglicht.
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In Europa gibt es mehrere Millionen Straßenhunde. Ihnen fehlt es an Wasser, Unterschlupf und medizinischer Versorgung. Die 2019 gegründete Hunderunde Luis Kesten & Fabio Lehnert GbR hilft leidenden Hunden in Rumänien; dort sei die Lage besonders schlimm. Das soziale Start-up will zeigen, dass sich Geld auf eine soziale und umweltfreundliche Weise verdienen lässt. Hinter dem Unternehmen stehen zwei Freunde, die Studierenden Fabio Lehnert und Luis Kesten.

Der Firmensitz ist in Troisdorf in Nordrhein-Westfalen. Die Unternehmensidee entstand, als Luis von einer Asienreise zurückkehrte. In einer Pizzeria habe er Fabio von den leidenden Tieren, die er gesehen habe, erzählt. Zusammen mit sechs Mitarbeitern verkaufen sie nun online Armbänder, Hundenäpfe und Kleidung.

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Die Armbänder bestehen aus Steinperlen in verschiedenen Farben. So kann die Besitzerin eines Australian Shepherds ein „Australian Shepherd Armband“ in der passenden Farbenkombination kaufen. Der Preis beträgt 25 Euro je Stück. Auch T-Shirts für 35 Euro und Hoodies für 59 Euro in der Farbe Schwarz gehören zum Sortiment. Die Hundenäpfe bestehen aus Edelstahl und kosten 30 Euro.

Gut 100.000 Euro für den Tierschutz

Das neueste Produkt ist ein Buch der Gründer. Darin schildern sie ihre in Rumänien gemachten Erfahrungen und geben Einblicke in das Leben der Straßenhunde. Die Produktionskosten liegen bei 10 Euro; angefangen bei 12 Euro können die Käufer selbst entscheiden, wie viel sie zahlen möchten. Gibt man beispielsweise 47 Euro aus, wird davon eine Kastration in der Clinica Veterinara AIIVet finanziert.

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Der Umsatz betrug zwischen 2019 und Ende 2021 nach Lehnerts Angaben rund 400.000 Euro, wovon 25 Prozent, rund 105.000 Euro, an den Tierschutz gespendet wurden. Bisher wurden knapp 700 Kastrationen durchgeführt und 48.000 Kilogramm Futter gespendet. Die Anzahl der Bestellungen je Tag liege bei fünf bis sieben Artikeln. 51 Prozent des Produktpreises gehen laut Lehnert auf die Produktionskosten zurück, denn allein die neuen Hoodies auf den Markt zu bringen habe rund 12.000 Euro gekostet. Die Kleidungsstücke werden aus Reststoffen der Fast-Fashion-Konzerne unter fairen Bedingungen in Kambodscha hergestellt.

Das Start-up hat einen „Impact Report“ für 2021 veröffentlicht: Von der Spendensumme von 74.814 Euro wurden 35.133 Kilogramm Hundefutter gekauft, die Kastrationskampagnen vorangetrieben und 13.387 Euro in den Ausbau eines Tierheims investiert.

Kunden sind vor allem Hundebesitzerinnen zwischen 20 und 40 Jahren. „Das Wirtschaftssystem braucht neue Werte: Das muss die junge Generation herrichten“, meint der 24 Jahre alte Lehnert. Anfang Februar haben die Gründer ein großes Ziel verwirklicht und sind in Vollzeit in ihr Unternehmen eingestiegen.

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Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

Quelle: F.A.Z
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