Quartalszahlen

Dax-Konzerne fahren Rekordgewinne ein

Von Tillmann Neuscheler
17.05.2022
, 18:24
Den größten operativen Gewinn erwirtschaftete in den ersten drei Monaten des Jahres Volkswagen mit 8,3 Milliarden Euro.
Trotz Pandemie und Ukrainekrieg: Viele deutsche Großunternehmen haben in den ersten drei Monaten des Jahres nochmals zugelegt – vor allem die Autohersteller.
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Zwar haben sich mit dem Ukrainekrieg und den neuen Lockdowns in China in den vergangenen Monaten wieder düstere Wolken für die Konjunktur aufgetürmt, dennoch haben die deutschen Großunternehmen für die ersten drei Monate des Jahres überaus solide Bilanzen vorgelegt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die Gesamtumsätze der Dax-Unternehmen um rund 14 Prozent gestiegen, die Gewinne sogar um 21 Prozent.

Zusammengezählt haben die Unternehmen aus der obersten deutschen Börsenliga einen operativen Gewinn (Ebit) von rund 52,4 Milliarden Euro erwirtschaftet Von den 40 Unternehmen konnten 24 ihren operativen Gewinn steigern, nur bei 16 ging der Gewinn zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Dax-40-Quartalsberichte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY. Zwar mussten viele deutsche Großunternehmen den Rückzug aus Russland verkraften und dort auch Vermögenswerte abschreiben, doch wirtschaftlich fällt das insgesamt nicht stark ins Gewicht.

Vor allem die deutschen Autokonzerne haben in den ersten drei Monaten des Jahres hohe Gewinne eingefahren. Zwar leiden viele Autohersteller am Chipmangel, angesichts des Teilemangels konzentrieren sich viele aber auf das lukrative Luxussegment. Über die höchsten Gewinne dürfen sich die Aktionäre von Volkswagen freuen, rund 8,3 Milliarden Euro operativen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) hat der größte deutsche Autohersteller in den Monaten Januar bis März erwirtschaftet, das sind 73 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. VW profitierte dabei allerdings wie berichtet auch von einer Neubewertung von Finanzinstrumenten zur Absicherung gegen schwankende Rohstoffpreise.

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Lockdown in China ein Problem für die Weltwirtschaft

Mercedes-Benz brachte es in den drei Monaten auf 5,2 Milliarden Euro Gewinn vor Abzug von Steuern und Zinsen (Ebit), BMW noch auf rund 3,4 Milliarden. Vielen Autoherstellern gelang es offenbar, für ihre Autos deutlich höhere Preise zu verlangen.

Gut entwickelt haben sich auch die Gewinne der Deutschen Telekom, dort blieben vom Umsatz nach Abzug der Kosten noch mehr als 6,3 Milliarden Euro Gewinn übrig. Die Telekom steht damit hinter Volkswagen auf Platz zwei in der Dax-40-Rangliste der höchsten Quartalsgewinne. Prozentual am meisten steigern konnte allerdings Airbus seine Gewinne: Das Luft- und Raumfahrtunternehmen verdreifachte seinen operativen Gewinn gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf jetzt 1,4 Milliarden Euro. Nur zwei der 40 Dax-Unternehmen haben im abgelaufenen Quartal Verluste eingefahren: Vonovia und Zalando.

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Trotz der überaus soliden Bilanzen der deutschen Großunternehmen im ersten Quartal haben viele Beobachter Sorgen, ob die deutschen Unternehmen weiterhin so unlädiert davonkommen. Der Mehrzahl der Unternehmen sei es bislang zwar „gut gelungen, durch diese schwierigen Zeiten zu navigieren“, indem sie Lieferketten umgestellt haben und steigende Kosten an ihre Kunden weitergeben konnten, sagt der Wirtschaftsprüfer Mathieu Meyer, Partner von EY, doch er befürchtet, dass die neue geopolitische Situation langfristig erhebliche Auswirkungen auch auf die deutsche Wirtschaft haben wird: „Die harten Lockdown-Maßnahmen in China erweisen sich zunehmend als Problem für die gesamte Weltwirtschaft. Die Auswirkungen dieser Lockdowns werden wir noch zu spüren bekommen“, sagt Meyer und ergänzt: „Es ist durchaus möglich, dass es in den kommenden Monaten auch für die deutschen Topunternehmen noch knüppeldick kommt.“

Profitiert haben die deutschen Unternehmen in den vergangenen drei Monaten von der kräftigen Konjunkturerholung in Amerika. Nordamerika hat sich damit zum Umsatzmotor für die deutschen Großunternehmen entwickelt. Die Umsätze der Dax-Unternehmen nahmen in Nordamerika um fast 19 Prozent zu und damit deutlich stärker als Asien (plus 7,7 Prozent) und Europa (plus 6,4 Prozent).

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Neuscheler, Tillmann Jörg
Tillmann Neuscheler
Redakteur in der Wirtschaft.
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