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Dekorations-Kette

Die Depot-Märkte sind zurück in Familienhand

Von Jonas Jansen
 - 08:20
Wieder in der Hand des früheren Eigners: die Depot-Märkte

Die Einrichtungsmärkte von Depot kennen viele Deutsche aus der Fußgängerzone. Weniger bekannt dürfte ihnen sein, dass sie seit gut zehn Jahren in der Hand von Schweizern gelegen haben. Nun aber wechseln die 500 Filialen den Besitzer. Der Käufer ist allerdings kein großer Immobilien- oder Investmentfonds, wie es sonst bei Übernahmen im Einzelhandel üblich ist. Vielmehr holt sich der frühere Eigner das Geschäft zurück. Vom 13. Dezember an ist Christian Gries wieder alleiniger Eigentümer der Gries Deco Gruppe (GDC), die hinter den Depot-Läden steckt.

Gries führt die Unternehmensgruppe in dritter Generation als Geschäftsführer, seit 2012 gehörten ihm aber nur noch 10 Prozent der Anteile. Migros gewährte dem Unternehmer aus Bayern jedoch viele Freiheiten, er bestimmte über das Sortiment und bestimmte Kollektionen. Gleichzeitig konnte Gries durch die Unterstützung der Schweizer das Geschäft deutlich ausbauen. Seit 2009 hat sich die Zahl der Filialen verfünffacht, der Umsatz stieg von damals 83 Millionen Euro zeitweilig auf 580 Millionen Euro.

Depot bescherte Migros Verluste

In den vergangenen Jahren lief das Geschäft aber schwächer. Im Jahr 2018 lag der Umsatz zwar bei 480 Millionen Euro, jedoch bescherte es Migros Verluste. Im Juni kündigte die Genossenschaft an, Depot verkaufen zu wollen. Richtig glücklich geworden ist die Genossenschaft, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 28 Milliarden Schweizer Franken erzielt hat, mit ihrem Investment nicht.

Das zeigt sich auch daran, dass sie darauf verzichtet, von Gries die Darlehen zurückfordern, die sie ihm seit ihrem Einstieg mit 49 Prozent im Jahr 2009 gewährt hat. Das belastet die Bilanz von Migros immerhin mit rund 400 Millionen Franken. „Es ist uns wichtig, die Gries Deco Gruppe und ihre Mitarbeitenden mit einem guten Fundament in die Zukunft zu entlassen, auch wenn wir als Migros dadurch kurzfristig eine finanzielle Belastung in Kauf nehmen müssen“, sagt Fabrice Zumbrunnen, der Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes.

Schweizer verzichten auf Rückzahlung

Er hat ohnehin nur lobende Worte für den neuen Eigner übrig: „Christian Gries ist als langjähriger Geschäftsführer mit der Gries Deco Gruppe bestens vertraut.“ Gries selbst freut sich, dass das Unternehmen nun zurück in die Gründerfamilie wandert – über den Kaufpreis schweigen beide Parteien. Besonders hoch kann er nicht sein.

Gries will in die Märkte nun wieder investieren. „Wir sind auf einem guten Weg. Allerdings müssen wir noch schneller und effizienter werden als bisher, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Gries. Statt ins Online-Geschäft wolle er nun einen Schwerpunkt auf die Filialen legen. Das Geschäft mit Einrichtungsgegenständen ist umkämpft, neben dem Platzhirsch Ikea greifen auch Online-Händler wie Amazon, Home24 oder Westwing dort an, auch die Bekleidungsmarke Zara hat mit „Home“ eigene Wohnaccessoire-Geschäfte. Den Depot-Konkurrenten in der Fußgängerzone ging zwischenzeitlich ganz die Luft aus, sowohl Strauss Innovation als auch Butlers mussten Insolvenz anmelden.

Einige Märkte könnten schließen

Was der Rückkauf für die 8450 Mitarbeiter bedeutet, ist noch offen – es ist gut möglich, dass einige Geschäfte schließen werden oder zumindest umstrukturiert werden, um bessere Erträge zu bringen. In einer Mitteilung heißt es, dass der Eigentümerwechsel für die Mitarbeiter von Depot „keine unmittelbaren Auswirkungen“ habe.

Mit Rückkäufen kennt sich Gries übrigens aus: Schon 2004 gab er einen 40-prozentigen Anteil an das Private-Equity-Unternehmen 3i ab, nur um es zwei Jahre später wieder zurückzukaufen. Ein Jahr später holte er den Finanzinvestor Dawnay Day ins Unternehmen, der allerdings auch insolvent ging und Gries wieder übernahm. Der Manager war 1995 in das von seinem Großvater kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Dekorationsunternehmen eingestiegen und hatte die Leitung im Jahr 2000 übernommen.

Als Migros die Depot-Filialen im Sommer zum Verkauf anbot, stellte die Genossenschaft gleichzeitig auch die Globus-Gruppe, zu der die Warenhäuser gehören, das Möbelunternehmen Interio und eine Tochtergesellschaft für E-Bikes ins Schaufenster. Ein Investor hat sich seitdem die E-Bikes geschnappt, der österreichische Möbelkonzern XXXLutz kaufte Interio.

Der Verkauf von Globus soll im ersten Halbjahr des kommenden Jahres abgeschlossen werden, als möglicher Käufer wird dort der österreichische Unternehmer René Benko gehandelt, dem über die Signa Holding auch die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof gehört. Doch auch dort ist – wie im Fall von Depot – ein sogenanntes Management-Buyout im Gespräch, weil Globus-Chef Thomas Herbert schon Interesse an einem Kauf geäußert hat.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Jansen Jonas
Jonas Jansen
Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
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