Frankfurter Allgemeine Zeitung

F.A.Z. mit erfreulicher Geschäftsentwicklung

30.07.2021
, 17:19
Die Zwillinge wachsen: Der F.A.Z. Tower im Frankfurter Europaviertel nimmt Gestalt an.
Steigende Auflagen der Zeitungen belegen das Interesse an Qualitätsjournalismus. Das rasch wachsende Digitalgeschäft trägt mit 35 Prozent zum Ergebnis bei.

Eine erfreuliche Entwicklung hat das Geschäft der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH sowohl im Geschäftsjahr 2020 als auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres genommen. Trotz des wegen der Pandemie schwierigen Umfelds haben die Erlöse im vergangenen Jahr mit 225,7 Millionen Euro die Erwartungen übertroffen; zum guten Ergebnis hat aber auch eine konsequente und weiterhin notwendige Kontrolle der Kosten beigetragen. Ein dynamisches Wachstum des Digitalgeschäfts verband sich mit einer beachtlichen Resilienz des traditionellen Printgeschäfts. Daher konnte die F.A.Z zum 1. Juli 2021 die Gehälter ihrer Mitarbeiter erhöhen und zusätzlich im Dezember 2020 wie im Juni 2021 eine Corona-Sonderprämie ausschütten. Im Unterschied zu vielen anderen Medienhäusern hatte die F.A.Z. im vergangenen Jahr keine Kurzarbeit angemeldet.

Die Fortschritte der digitalen Transformation des Geschäftsmodells zeigen sich unter anderem in einer regen Nachfrage nach dem Bezahlangebot F+, das Zugang zu den hinter einer Zahlschranke befindlichen Artikeln sowie die kostenfreie Nutzung der Vorlesefunktionen in den Apps „FAZ.NET“ und „F.A.Z. Der Tag“ bietet. Die Zahl der Abonnenten mit Festbezug von F+ ist im vergangenen Jahr von 34.400 auf 62.500 gestiegen. Der erfreuliche Aufwärtstrend setzte sich in diesem Jahr fort: Ende Juni 2021 belief sich die Zahl der Abonnenten auf 71.700. Auch die digitalen Ausgaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verzeichneten Zuwächse. Insgesamt zählte die F.A.Z. zur Jahresmitte mehr als 180.000 digitale Abonnements.

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Sehr gut entwickelt hat sich auch das Interesse an dem unter der Bezeichnung „Frühdenker“ an Werktagen versendeten und überarbeiteten „Newsletter für Deutschland“, der mit gut 133.000 Versendungen zu den auflagenstärksten Newslettern in Deutschland zählt. Dieser Newsletter kann zunächst drei Monate kostenlos bezogen werden; wer ihn danach weiterlesen möchte, muss ein digitales Abonnement für F.A.Z., F.A.S. oder F+ abschließen. Damit verbindet sich eine Abkehr von der in der Medienwelt geläufigen Praxis, Newsletter unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Die übrigen, ebenfalls überarbeiteten Newsletter kommen auf rund 170.000 Versendungen. Das Flaggschiff unter den zwölf Podcasts, der „Podcast für Deutschland“, erfreut sich einer steigenden Nachfrage. Ebenfalls gerne gehört werden die Themenpodcasts, darunter „Einspruch“, „Digitec“, „Wissen“, „Gesundheit“ sowie „Finanzen und Immobilien“. Nutzern von Smartphones stellt die F.A.Z. Audioinhalte für das Auto über Apple CarPlay und Android Auto zur Verfügung. Nach einer Registrierung in der App und der Verbindung des Smartphones mit dem Auto ist das Abspielen von News sowie der F.A.Z.-Podcasts möglich. In den kommenden Monaten wird die F.A.Z. weitere digitale Produkte auf den Markt bringen.

Im vergangenen Jahr trug das Digitalgeschäft mit 21 Prozent zum Umsatz der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH bei; in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ist dieser Anteil weiter auf 25 Prozent gestiegen. Auf das Digitalgeschäft entfallen mittlerweile schon 35 Prozent des Unternehmensergebnisses. Aber auch die Entwicklung des traditionellen Geschäfts belegt das Bedürfnis vieler Leser nach Qualitätsjournalismus gerade in bewegten Zeiten, in denen die Menschen nach zuverlässiger Information und nach Orientierung und Einordnung suchen.

Das Abonnementgeschäft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) hat im bisherigen Jahresverlauf daher die Erwartungen übertroffen. Angesichts des Wegfalls vieler während der Pandemie von der Politik erhobener Beschränkungen legt auch der Einzelverkauf wieder zu. Die verkaufte Auflage der F.A.Z. ist im zweiten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr um 10,1 Prozent auf 201.400 Exemplare gestiegen. Die Auflage der F.A.S. legte um 8,5 Prozent auf 206.800 Exemplare zu.

Der Einzelverkauf der Sonntagszeitung hat zudem vom Beginn der Umstellung auf den Samstag als Erscheinungstermin profitiert. Mit der Verwandlung der F.A.S. in eine Wochenendzeitung erhalten die Leser mehr Zeit für ihre Lektüre. Auch wirtschaftliche Gründe sprechen angesichts einer immer schwierigeren Vertriebssituation am Sonntag für den Samstag als Erscheinungstermin.

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Die gute Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres schlug sich in einem gegenüber dem Jahre 2019 noch einmal gesteigerten Betriebsergebnis nieder, das damit im dritten Jahr in Folge eine zweistellige Zuwachsrate aufweist. Die Umsatzrendite erreichte ein Niveau wie zuletzt in den neunziger Jahren. Das neutrale Ergebnis wurde ein weiteres Mal durch den allerdings etwas rückläufigen Zinsänderungseffekt auf die Betriebspensionen nachteilig beeinflusst. Da ein Ende der Niedrigzinsphase noch nicht abzusehen ist, dürfte dieser Effekt auch in den kommenden Jahren im neutralen Ergebnis sichtbar bleiben. Die Eigenkapitalquote ist von 41 auf 46 Prozent gestiegen. Weiterhin erfreut sich die F.A.Z. einer guten Liquiditätsausstattung und eines hohen Bestands an Wertpapieren; sie nimmt wie in den Vorjahren keine Bankkredite in Anspruch.

Das außerordentliche Ergebnis des Unternehmens wurde geprägt durch die Einbringung bisher genutzter Grundstücke und Gebäude in der Frankfurter Hellerhofstraße in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Hopp Family Office und Bauwens, an dem sich die F.A.Z. hälftig beteiligt hat. Dieses Unternehmen wird das Bauprojekt „Hellerhöfe“ mit rund 650 Wohnungen sowie Büro- und Einzelhandelsflächen realisieren. Auch ist der Bau einer Schule vorgesehen. Nach der Fertigstellung des Quartiers wird die F.A.Z. ihre Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen zur Abrundung ihres Anlageportfolios im Bestand halten. Das Richtfest für das neue Gebäude im Frankfurter Europaviertel, in das die F.A.Z. in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres als Mieter einziehen wird, findet im September statt.

Der Blick auf die Skyline aus der 15. Etage
Der Blick auf die Skyline aus der 15. Etage Bild: Frank Röth

Das von der F.A.Z. und der Süddeutschen Zeitung zur besseren Vermarktung überregionaler Anzeigen gegründete Gemeinschaftsunternehmen Republic hat seine Arbeit erfolgreich aufgenommen. Ziel der Gründung ist nicht zuletzt, gemeinsam eine noch höhere Reichweite in der Zielgruppe der Entscheider zu erreichen.

Die Gesellschafterversammlung hat den früheren Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt. Dem Aufsichtsrat gehören zudem Andreas Barner als Vorsitzender, Karl Dietrich Seikel als stellvertretender Vorsitzender sowie Karl Hans Arnold, Katarzyna Mol-Wolf, Stefan Quandt und Joachim Rosengarten an.

Quelle: F.A.Z.
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