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Glyphosat-Prozess

Bayer bittet Richter um Aussetzung von Urteil

 - 22:25
Der „Chempark“, der Hauptsitz der Bayer AG in Leverkusen

Bayer hat einen amerikanischen Richter gebeten, das Milliarden-Urteil einer kalifornischen Jury gegen den Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern im Glyphosat-Prozess aufzuheben. Die Entscheidung der Geschworenen werde nicht von den Fakten getragen, hieß es in den am Montag bei dem Gericht in Oakland eingereichten Unterlagen. Vielmehr gehe das Urteil auf „aufwieglerische, erfundene und irrelevante Beweise“ der Anwälte der Kläger zurück. Bei dem Verfahren sei es um eine „abstrakte Verunglimpfung von Monsanto“ gegangen. Richter Winifred Smith solle deswegen entweder das Urteil aufheben oder ein neues Gerichtsverfahren anordnen.

Die Geschworenen hatten Bayer dazu verdonnert, mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz an das krebskranke Ehepaar Alva und Alberta Pilliod zu zahlen. Dieses macht die jahrzehntelange Verwendung des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup der Bayer-Tochter Monsanto für seine Erkrankung verantwortlich. Bayer hat dies zurückgewiesen.

Für den Konzern war es das mit Abstand schärfste Urteil im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichtungsmittel. Zuvor hatte ein ebenfalls krebskranker Mann im August vergangenen Jahres von einer Jury zunächst 289 Millionen Dollar zugesprochen bekommen – ein Richter reduzierte die Summe später jedoch auf 78 Millionen Dollar. In einem weiteren Prozess wurde Bayer zu einer Schadensersatzsumme von mehr als 80 Millionen Dollar verurteilt. In den Vereinigten Staaten gibt es inzwischen etwa 13.400 Kläger wegen Glyphosat.

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Zwei Milliarden Dollar Strafe
Bayer in Glyphosat-Prozess zu Schadenersatz verurteilt

Mitte Juni hatte der Chemiekonzern bekannt gegeben in den kommenden zehn Jahren rund fünf Milliarden Euro in die Entwicklung von Glyphosat-Alternativen zu stecken. Im gleichen Zug wies das Unternehmen jedoch darauf hin, dass Glyphosat auch „weiterhin eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft und der Produktpalette von Bayer spielen“ werde. Dem Konzern zufolge sind die entsprechenden Produkte bei sachgerechter Anwendung sicher.

Quelle: shüs./Reuters
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