Marktführer Gunsails

Sie freuen sich über die nächste Welle

Von Olivia Jaudes, Albert-Einstein-Gymnasium, Frankenthal
28.11.2020
, 16:45
Keine Ansteckungsgefahr: Windsurfer auf dem Lake Ontario
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Gunsails ist Deutschlands größte Windsurfmarke. Neue Trendsportarten schlagen sich im Sortiment des Unternehmens nieder.
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Aufgrund niedriger Frusttoleranz wird das Windsurfen vom Nachwuchs immer weniger vertreten“, sagt Petra von Osterhausen, Geschäftsführerin von Gunsails aus Saarbrücken. Manuel Vogel, Redakteur des Magazins „Surf“, schätzt die Zahl aktiver Windsurfer hierzulande auf 50.000 bis 80.000, wobei eine große Zahl auf den Anfängerbereich entfällt.

Gunsails wurde vor 30 Jahren von Eberhard von Osterhausen gegründet. Die Idee, Windsurfartikel im Direktvertrieb zu verkaufen, galt damals als mutig; man begann mit dem „Call & Order“-Prinzip. Zehn Jahre später wurde es durch das Online-Shopping ergänzt. Eberhard von Osterhausen erreichte Mitte der achtziger Jahre große Erfolge mit einer „Gun“, einem superschnellen Surfboard.

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Das Unternehmen beschäftigt 15 Mitarbeiter. „Gunsails ist der größte deutsche Hersteller für Windsurfartikel mit einem Jahresumsatz von rund 4 Millionen Euro, der sich auf die Hauptprodukte Segel, Masten und Gabeln verteilt. Sie haben einen Marktanteil von rund 25 Prozent“, berichtet die Geschäftsführerin. Einziger deutscher Konkurrent sei Sailloft aus Hamburg. Ein starker internationaler Mitbewerber ist Neil Pryde mit Sitz in Hongkong.

Das Besondere ist der Direktvertrieb

„Das Besondere bei Gunsails ist jedoch der Direktvertrieb“, sagt von Osterhausen. Dieses Alleinstellungsmerkmal in der Branche ermöglicht einen Preis der Segel, der bis zu 30 Prozent von anderen Marken abweicht. Man verkauft vor allem in Europa, doch auch nach Asien, Südamerika und Australien werden Produkte geliefert.

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Die Exportquote liegt bei 50 Prozent. Die meisten Käufer sind männlich, haben ein gehobenes Einkommen und sind zwischen 40 und 55 Jahren alt. Oft surfen sie schon seit langer Zeit.

„Das Windsurfen unterteilt sich in vier Disziplinen“, sagt Nick Spangenberg, deutscher Meister in der U-17-Kategorie und „Teamrider“ von Gunsails. Teamrider werden bei Wettkämpfen von einzelnen Marken gesponsert, Gunsails hat rund 30 Teamrider, einige nehmen an der PWA Tour, der internationalen Profiklasse, teil. Bei der Disziplin Wave bewerten die Kampfrichter Surfer, die Wellen abreiten und Sprünge zeigen. Beim Freestyle absolvieren die Sportler im flacheren Wasser Tricks.

Der dritte und vierte Bereich sind die Renndisziplinen Slalom und Foil. „Die neue Disziplin Foil, welche nun auch ein Teil von Olympia ist, ermöglicht aufgrund einer besonderen tragflügelähnlichen deutlich längeren Finne am Board das Abheben in Gleitfahrt“, erzählt Spangenberg. Er kam durch seinen Vater schon mit sechs Jahren zum Windsurfen und kann dieses Alter nur weiterempfehlen: „Mit sechs oder sieben Jahren ist die Motivation noch hoch, und der Lernerfolg ist sehr schnell.“

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Einstiegspreis liegt bei 1200 Euro

Neue Trendsportarten wie Foilsurfen schlagen sich auch im Sortiment von Gunsails nieder. Kitesurfen ist ebenfalls sehr beliebt, jedoch eine völlig andere Sparte und wird nicht von Gunsails vertreten: „Vergleichbar mit Skifahren und Snowboarden“, sagt von Osterhausen.

Eine Windsurf-Ausstattung unterteilt man in Board und Rigg. Letzteres besteht aus Mast, Gabel und Segel. Der Einstiegspreis eines Komplettsets liegt bei 1200 Euro. Für eine Profiausstattung kann man 5000 Euro ausgeben. „Die Tücher, aus denen die Segel hergestellt werden, bestehen aus transparentem Monofilm, der häufig mit Kevlar und Dacron verstärkt ist“, erklärt von Osterhausen. Sie sind extrem stabil, denn sie müssen Windgeschwindigkeiten von bis zu 55 Knoten aushalten und außerdem Stürze und brechende Wellen.

Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

Quelle: F.A.Z.
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