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„Für schlechte Waffeln ist das Leben zu kurz“

Von Thiemo Heeg
22.05.2022
, 20:26
Süßes aus Südtirol: Ulrich Zuenelli und Andreas Loacker führen den Waffelhersteller Loacker in Unterinn mit Blick auf den Schlern in den Dolomiten.
Loacker gehört zu den größten Anbietern von Waffeln. Die Südtiroler verbinden Heimat und Internationalisierung auf eine ganz besondere Weise.
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Dass Winzer und Weintrinker aus dem Rebensaft gern eine Wissenschaft machen, ist be­kannt. Da werden eine Vielzahl von Geschmacksnoten identifiziert, Re­benböden analysiert und Lagen und Jahrgänge spezifiziert. Weniger bekannt ist, dass das auch für Süßes funktioniert. Wenn schon Trauben so eingehend er­forscht werden, warum dann nicht auch Nüsse? Haselnüsse gehören schließlich zu den wichtigsten geschmacksgebenden Inhaltsstoffen etwa von Neapolitanerwaffeln.

Einer der größten Hersteller sitzt in Südtirol und hat sich genau dieser Frage angenommen. „Ich war von der Idee begeistert und habe gesagt: Das müssen wir unbedingt haben“, sagt Andreas Loacker, der das gleichnamige Unternehmen gemeinsam mit seinem Cousin führt. Ulrich Zuenelli kümmert sich in erster Linie um das Geschäftliche, Loacker um das Ge­schmackliche. Deshalb hat der 53 Jahre alte Manager vor geraumer Zeit ein Projekt mit der Universität Perugia angestoßen. Das Forschungsziel: zu ergründen, welchen Einfluss der Boden auf eine bestimmte Haselnusssorte und den Geschmack hat. Man will wissen, welche Sorten auf welchen Böden am besten gedeihen.

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Das Unternehmen und die Unternehmen

Mit einem Umsatz von 373 Millionen Euro ist das Südtiroler Familien­un­ternehmen Loacker einer der größten Hersteller von Waffeln auf der ganzen Welt. Mit mehr als 1000 Mitarbeitern produziert das Süßwarenunternehmen eine breite Palette von Produkten, die von Neapolitaner­waffeln bis zu Feingebäck reicht. In Deutschland hat Loacker bislang noch nicht so gut Fuß fassen können wie der österreichische Konkurrent Manner. Dafür sind die Südtiroler in­ternational präsenter. Der Anteil des Geschäfts außerhalb Italiens beläuft sich auf rund drei Viertel. Vor allem im arabischen Raum hat Loacker ei­ne starke Stellung.

Andreas Loacker und Ulrich Zuenelli sind Cousins, die aus zwei Familienstämmen kommen – gemeinsam führen sie das Familienunternehmen in der dritten Generation. Loacker kümmert sich stärker um Produkt­fragen. Er ist ein Sensorikfachmann, der gern mal aus dem Bauch heraus entscheidet. Zuenelli ist mehr der Fachmann für das Geschäftliche, der lieber hochanalytisch arbeitet. Die Kombination dieser Herangehensweisen sehen die beiden als Vorteil. Und sie sind sich einig, was die Familienwerte angeht. „Mehr sein als scheinen“ steht ganz vorn – weswegen sich Loacker bislang mit Öffentlichkeitsarbeit eher schwergetan hat.

Quelle: F.A.Z.
Thiemo Heeg - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Thiemo Heeg
Redakteur in der Wirtschaft.
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