FAZ plus ArtikelHohe Energiepreise

Sollen wir die Kriegsgewinne besteuern?

Von Marcus Theurer
20.03.2022
, 20:51
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rät zu einer temporären Sondersteuer für Mineralölkonzerne.
Die Verbraucher ächzen, viele Energiekonzerne dagegen verdienen gut an den hohen Preisen. Jetzt gibt es Forderungen nach einer Sondersteuer.
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Es geht um eine Zahl mit elf Nullen. Bis zu 200 Milliarden Euro an zusätzlichen Gewinnen werden die Stromkonzerne in der Europäischen Union dieses Jahr verbuchen, wenn die Strompreise so hoch bleiben sollten wie derzeit. Das schätzen jedenfalls die Fachleute der Internationalen Energieagentur in Paris. Denn die Energiepreise in Europa sind durch Wladimir Putins Krieg gegen die Ukraine exorbitant gestiegen. Der Großhandels-Strompreis hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdreifacht, der Gaspreis ist mehr als fünfmal so hoch wie vor einem Jahr, und an deutschen Tankstellen ist der Kraftstoff diesen Monat um gut die Hälfte teurer als im März 2021.

Unter den himmelhohen Energiekosten leiden in Europa Millionen von Bürgern und viele Unternehmen. Doch es gibt eben auch Profiteure: Öl- und Gasanbieter und viele Stromerzeuger können für ihre Energie am Markt plötzlich viel höhere Erlöse erzielen, obwohl ihre Kosten häufig nicht annähernd so stark gestiegen sind. Die Betriebskosten eines Atomkraftwerks oder Solarparks wachsen schließlich nicht, wenn der Gaspreis zulegt. Entsprechend profitabler ist ihr Geschäft durch den Krieg in der Ukraine quasi über Nacht geworden. Aber auch Kohle- und selbst besonders effiziente Gaskraftwerke dürften nach Analyse der Energieagentur finanziell vom Energiepreisschock profitieren.

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Quelle: F.A.S.
Marcus Theurer - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Marcus Theurer
Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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