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In Kanada

Finanzchefin von Huawei verhaftet

 - 03:13
Logo des chinesischen Konzerns Huawei

Die Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei ist in Kanada verhaftet worden und muss mit einer Auslieferung in die Vereinigten Staaten rechnen. Für Freitag sei eine Anhörung angesetzt, ob Meng Wanzhou gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt werden könne, teilte das kanadische Justizministerium am Mittwoch mit. Die Verhaftung steht einem Insider zufolge in Verbindung mit der Missachtung von amerikanischen Sanktionen. Einem Bericht der Zeitung „The Globe and Mail“ zufolge wird ihr zur Last gelegt, gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die die Vereinigten Staaten gegen den Iran verhängt hatten.

Meng Wanzhou ist die Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei. Huawei bestätigte die Verhaftung. Dem Unternehmen seien wenige Informationen zu den Vorwürfen gegen Meng vorgelegt worden, und es wisse nichts von einem Fehlverhalten. Die chinesische Botschaft in Kanada kritisierte die Festnahme scharf und forderte die unverzügliche Freilassung der Managerin.

Die Vereinigten Staaten ermitteln Insidern zufolge seit mindestens 2016 gegen Huawei wegen des Verstoßes gegen Ausfuhr- und Sanktionsgesetze. Dabei geht es um den Vorwurf, dass Huawei Produkte aus den Vereinigten Staaten in den Iran geliefert hat. Das amerikanische Justizministerium lehnte eine Stellungnahme ab. An den Finanzmärkten gaben die Kurse nach.

In den Vereinigten Staaten ist Huawei weitgehend von der Belieferung staatlicher Stellen und deren Auftragnehmer ausgeschlossen. Westliche Geheimdienste gehen den Kontakten des weltgrößten Telekomausrüsters zur chinesischen Führung nach sowie dem Verdacht, dass Technik und Geräte des Konzerns zur Spionage genutzt werden könnten. Auch in Deutschland gibt es Bedenken bezüglich einer Zusammenarbeit mit Huawei. Am Mittwoch entfernte der britische Telekomkonzern BT Group die Ausrüstung von Huawei von den existierenden 3G und 4G-Netzen. Damit schließt sich der ehemalige britische Staatsmonopolist Australien und Neuseeland an.

Quelle: Reuters
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