FAZ plus ArtikelInvisibobble-Gründerin

„Yeah, wir produzieren Millionen Haargummis“

Von Sarah Obertreis, München
19.10.2018
, 11:52
Mit 18 ein Unternehmen zu gründen beweist Mut. Die Gründerin von Invisibobble meint aber, sie hat einfach nur Glück gehabt. Mit Haargummis verdient sie heute Millionen.

Es ist nicht das Normalste der Welt, mit 18 Jahren Haargummis zu vertreiben. Andere Wirtschaftsstudenten spielen in ihrer Freizeit Basketball oder kellnern, aber Sophie Trelles-Tvedes Eltern fanden ihr Projekt ganz nett, ihre Tochter würde sich später schon für einen renommierteren Beruf entscheiden. Erst als Sophie Trelles-Tvede anfing, durch die Welt zu reisen und Kurse zu schwänzen, wurden ihre Eltern misstrauisch. Aber da waren die Haargummis für ihre Tochter längst keine Freizeitbeschäftigung mehr.

Als Sophie Trelles-Tvede im Jahr 2014 den Bachelor in England abschloss, hatte sie 22 Angestellte, ihre Haargummis wurden in rund 40 Länder verkauft. Es dauerte nicht lange, bis die größten Zeitungen ihres Geburtslandes Dänemark mit ihrem Gesicht und dem Titel „Das Mädchen, das seinen Lebensunterhalt mit Haargummis verdient“ aufmachten. Seitdem kennt man ihren Namen dort. Das Magazin „Forbes“ entdeckte sie und ihren Partner Felix Haffa ein Jahr später und setzte die beiden auf die Liste der einflussreichsten und innovativsten unter 30-Jährigen.

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Das Unternehmen und die Unternehmerin

Das Unternehmen: Am Anfang stand der Spiralhaargummi, eine Form, die heute viele Pferdeschwänze zusammenhält. Die Invisibobble GmbH aus München reklamiert die Erfindung für sich und vertreibt das Produkt in 72 Ländern. Nach eigenen Angaben bieten etwa 80 000 Geschäfte auf der Welt die Plastikhaargummis an. Das Mutterunternehmen namens New Flag vertreibt auch andere Produkte wie zum Beispiel Bürsten oder Haarpflegemittel. New Flag macht einen Umsatz von etwa 50 Millionen Euro im Jahr und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter.

Die Unternehmerin: Sophie Trelles-Tvede wurde vor 25 Jahren in Dänemark geboren, ging in Zürich zur Schule, studierte in England und arbeitet in München. Ihre Mutter ist Spanierin, ihr Vater Däne, sie fühlt sich in der englischen Sprache am wohlsten. Invisibobble baute sie ohne Vorerfahrung mit ihrem Freund Felix Haffa auf. Sechs Jahre später kann sie über das erste Logo von Invisibobble und die Hundert-Stück-Gläser, in denen sie ihre Haargummis anfänglich verpackte, nur lachen. „Ich bin mir sicher, wir waren schrecklich in Meetings“, sagt sie über sich und ihren Partner.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Obertreis, Sarah
Sarah Obertreis
Redakteurin in der Wirtschaft.
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