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Jim Hagemann Snabe

Der neue Siemens-Chefaufseher verzichtet auf SAP

Von Rüdiger Köhn, München
01.02.2017
, 12:40
Jim Hagemann Snabe ist ein ehemaliger Vorstandschef von SAP. Bild: dpa
Gerhard Cromme geht, Jim Hagemann Snabe kommt: Den wichtigen Siemens-Konzern wird damit künftig ein IT-Experte beaufsichtigen. Ein anderes Mandat legt Snabe dafür nieder.
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Der frühere SAP-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe, 51 Jahre, wird im nächsten Jahr der neue Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens und damit Nachfolger von Gerhard Cromme. Das kündigte der Chefkontrolleur des Münchner Technologiekonzerns auf der Hauptversammlung an diesem Mittwoch an. Der 73 Jahre alte Cromme gab außerdem bekannt, dass sich Snabe, der 2014 bei SAP aus dem Vorstand ausschied und dort in den Aufsichtsrat wechselte, sein Mandat im Gremium des größten deutschen Softwarekonzerns niederlegen wird.

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Dies wird nicht nur mit der Ämterhäufung begründet, da Snabe auch Aufseher im Versicherungskonzern Allianz ist. Cromme betonte, dass durch das endgültige Ausscheiden bei SAP auch mögliche Interessenkonflikte vermieden würden. Der Softwareanbieter ist in der Digitalisierung der Industrie genauso unterwegs wie Siemens, die mit großem Tempo die Geschäfte in der Vernetzung in der Industrie ausbaut.

Zäsur zwischen Vorstand und Aufsichtsrat

So wurde Kritik laut, dass Snabe in zwei Unternehmen die Aufsicht ausübt, die auf den Märkten als Konkurrenten auftreten. Snabe ist seit Herbst 2013 im Kontrollgremium des Siemens-Konzerns. Er wurde vom Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser geholt, der selbst Anfang August 2013 Chef des Elektrokonzerns wurde. Snabe trat damals für den zurückgetretenen ehemaligen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in den Aufsichtsrat ein.

Wie erwartet, hat Cromme damit auf der Hauptversammlung die von Aktionären lange geforderte Klarheit geschaffen. Der Nominierungs-Ausschuss des Aufsichtsrates habe Snabe für den Vorsitz empfohlen, sagte er. Formal wird er nach der Hauptversammlung am 31. Januar 2018 zum Vorsitzenden von den Aufsichtsrats-Mitgliedern gewählt werden. Bereits 2016 wurde er für weitere fünf Jahre als Aufsichtsratsmitglied wiedergewählt.

Damit wird es eine Zäsur in der Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand geben. Das Verhältnis zwischen beiden wird neu definiert werden.

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Der Umbau zum digitalen Unternehmen ist mit dem Wissen von Snabe besser und zügiger voranzutreiben, da er nicht nur deutlich jünger als Cromme ist und eine frische Denke mitbringt, sondern auch als Software-Experte die notwendige Expertise besitzt. Das gilt genauso für die vom Vorstandschef vorangetriebene neue Kultur in der Unternehmensführung.

Überkommene Geschäftsmodelle, sagte der angehende Chefkontrolleur Snabe einmal, würden in Zeiten des digitalen Wandels über Nacht obsolet. Vorstand und Aufsichtsrat eines Unternehmens müssten um die strategische Ausrichtung und tragfähige Geschäftsmodelle ringen. Beide seien Sparringspartner, nicht wenn es um rückblickende Kontrolle, sondern vielmehr um Strategie, Innovation und Nachfolgeplanung geht.

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Quelle: FAZ.NET
Rüdiger Köhn
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