Lukrative Superhits

KKR kauft für 1,1 Milliarden Dollar Musik-Rechte

Von Benjamin Fischer
20.10.2021
, 10:00
Lorde bei einem Auftritt im August 2021
Ein Katalog mit rund 62.000 Rechten an Songs von Stars wie Lorde oder The Weeknd – der Finanzinvestor KKR kauft das nächste große Paket an Musikrechten. Auf dem Markt geht es hoch her.
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Der nächste millionenschwere Verkauf von Musikrechten ist besiegelt: Zusammen mit Dundee Partners, dem Family Office des ehemaligen Goldman-Sachs-Managers Stephen Hendel, übernimmt der Finanzinvestor KKR einen Katalog mit rund 62.000 Rechten an Werken von Kobalt Capital. Der Kaufpreis beträgt rund 1,1 Milliarden Dollar, wie beide Parteien am Dienstag mitteilten.

Kobalt Capital ist der Investment-Arm des britischen Musikunternehmens Kobalt Music. Das Portfolio stammt aus dem Fonds Music Royalties II und beinhaltet „vorrangig“ Rechte an Kompositionen und Texten von Songs aus diversen Musik-Genres. Von welchen Songwritern diese stammen oder um welche Werke es geht, wurde nicht mitgeteilt. Es sollen jedoch unter anderem solche sein, die von Stars wie The Weeknd oder Lorde aufgenommen wurden.

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„Vorrangig“ legt zudem nahe, dass auch Rechte an Musikaufnahmen Teil des Portfolios sind, laut dem Branchenmagazin Billboard die des Indie-Labels Glassnote. Kobalt werde weiterhin für die Administration der Rechte und die Einholung der Tantiemen verantwortlich sein, hieß es in der Mitteilung. Kobalt hatte Anfang des Jahres schon AWAL, einen Service-Anbieter für unabhängige Künstler und Indie-Labels, sowie seine Agentur zur Wahrnehmung von Aufführungsrechten an Sony Music veräußert. Der 430 Millionen Dollar schwere Deal wird derzeit von der britischen Wettbewerbsaufsicht überprüft.

Auch Blackstone nimmt eine Milliarde in die Hand

Neben Musik-Unternehmen interessieren sich seit einiger Zeit auch verstärkt Finanzinvestoren für Rechte an über die Jahre bewährten Hits, was die Preise treibt. Die Käufer versprechen sich in einem Umfeld niedriger Zinsen durch die regelmäßigen Tantiemen-Zahlungen aus der Auswertung der jeweiligen Rechte langfristig sichere Einnahmen – vor allem durch den weiter wachsenden Streamingbereich, aber beispielsweise auch mittels Plazierung von Musikstücken in Filmen oder Werbung.

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Die Financial Times hatte Anfang vergangener Woche berichtet, dass auch ein Konsortium mit Unterstützung der Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management sowie die US-Holding Eldridge Industries an dem Kobalt-Katalog interessiert gewesen sein sollen. Eldridge Industries hatte im vergangenen Jahr Autorenrechte der Rock-Band The Killers erworben. Apollo wiederum investierte wiederum kürzlich rund eine Milliarde Dollar in den neu aufgelegten Fonds HarbourView, der unter anderem auch Musikrechte kaufen will.

Mit Blackstone hat Mitte vergangener Woche noch ein weiterer mächtiger Finanzinvestor seinen Fokus auf die Musik unterstrichen. Gemeinsam mit dem seit Mitte 2018 an der Londoner Börse notieren Fonds Hipgnosis – einer der umtriebigsten Käufer vor allem von Autorenrechten in der jüngsten Vergangenheit – will Blackstone zunächst eine Milliarde Dollar in den Kauf von Katalogen etablierter Künstler stecken.

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Neben der Auflage des neuen Fonds beteiligt sich Blackstone auch an der Fondsgesellschaft von Hipgnosis-Chef Merck Mercuriadis, dem ehemaligen Manager von Stars wie Elton John oder Guns’n’Roses. Bislang hat Hipgnosis rund zwei Milliarden Dollar für Rechteanteile an den Werken von Neil Young, Shakira oder auch Blondie ausgegeben. Im November übernahm Hipgnosis für 322 Millionen Dollar überdies Rechteanteile an rund 33.000 Songs von Kobalt.

KKR und Bertelsmann arbeiten zusammen

Den wohl aufsehenerregendsten Deal der vergangenen Monate mit einem einzigen Künstler landete im Dezember vergangenen Jahres die Verlagssparte des weltgrößten Musikunternehmens, Universal Music, mit Bob Dylan. Der Superstar soll für seine Autorenrechte an mehr als 600 Werken bis zu 400 Millionen Dollar erhalten haben. Universals fulminanter Börsengang im September unterstrich abermals das starke Wachstum der Musikindustrie – und warum sich viele branchenfremde Investoren für Musik interessieren.

Für KKR sind Investitionen in Musik derweil kein Neuland. Von 2009 bis 2013 hielt der Finanzinvestor mit 51 Prozent die Mehrheit an der kurz zuvor neugegründeten Bertelsmann-Musiksparte, BMG. In dieser Zeit würde der Bereich durch den Kauf diverser Verkäufe vor allem im Verlagsbereich aufgebaut. Seit März 2013 ist BMG eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns. Im März hatten KKR und BMG sich allerdings in einer Allianz zusammengetan, um gemeinsam Musikrechte zu erwerben, ohne dass damit „eine Übertragung oder ein Verkauf von Anteilen an BMG noch die Gründung eines Joint Ventures“ einhergeht, wie die Unternehmen im Zuge dessen mitteilten.

Anfang des Jahres übernahm KKR einen Teil der Rechte (Autoren- sowie solche an Aufnahmen) von One Republic-Frontmann Ryan Tedder. BMG hatte seinerseits Anfang Oktober ein Paket an Rechten von Tina Turner erworben und weitere Abschlüsse in Aussicht gestellt. Der erste Deal der Allianz lässt freilich noch auf sich warten.

Quelle: F.A.Z.
Autorenbild/ Benjamin Fischer
Benjamin Fischer
Redakteur in der Wirtschaft.
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