FAZ plus ArtikelInsolvenz-Recht

Zombies kommt man schwer auf die Schliche

EIN KOMMENTAR Von Corinna Budras
12.09.2020
, 13:18
Letztlich ist es im Moment der Staat, der darüber entscheidet, welches Unternehmen in die Insolvenz rutscht und welches nicht. Das ist eine Machtfülle für die Verwaltung, die so schnell wie möglich beendet werden sollte.

Für die einen ist es ein logischer Schritt in der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, für die anderen staatliche Beihilfe zur Insolvenzverschleppung: Die Bundesregierung will noch einmal Unternehmen in der Krise von der strengen Pflicht zum Insolvenzantrag befreien, diesmal bis zum Ende des Jahres und nur für überschuldete Unternehmen. Das klingt nach einer nüchternen Formfrage, doch inzwischen ist daraus eine Grundsatzfrage, womöglich gar eine Glaubensfrage geworden.

Zunächst einmal: Die Intention der Bundesregierung ist nachvollziehbar. In einer Zeit, die Unternehmen unverschuldet so flächendeckend zusetzt, kann der Gesetzgeber nicht tatenlos zusehen, wie reihenweise Betriebe in die Pleite taumeln. Sie müssen Aufschub bekommen, eine Galgenfrist, bis sich der Staub der Corona-Pandemie gelegt hat und man die wirtschaftlichen Folgen klarer absehen kann. Im März gehörte die Maßnahme zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Ende September deshalb zu den ersten, die die Bundesregierung zum Anfang des Lockdowns angeschoben hat, im ersten Schwung selbst für zahlungsunfähige Unternehmen. Es gab viel Applaus.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenportät / Budras, Corinna
Corinna Budras
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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