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„Ein XXL-Kondom ist leicht zu verkaufen“

Von ILKA KOPPLIN, Bielefeld, Fotos und Videos von DANIEL PILAR

24. Februar 2020 · Peinlich? Das war einmal. Die Familie Richter verkauft heute 100 Millionen Präservative im Jahr. Für viele kommt es auf die Größe an.

A ll you need is love, dudelt das Handy von Hans-Roland Richter. Er ist ein Fan der Beatles, und zudem steht dieser Klassiker irgendwie sinnbildlich für das Familienunternehmen: Die Bielefelder Firma Ritex entwickelt und produziert schließlich Kondome – rund 100 Millionen Stück im Jahr. So gesehen braucht auch Ritex (kurz für Richter Latex) die Liebe, mag sie mitunter auch nur kurz währen. Sohn Robert ist seit dem Jahr 2007 an Bord und seit 2014 alleiniger Eigentümer. Junior und Senior teilen sich die Geschäftsführung.

„Die Scham und Peinlichkeit rund um das Kondom hat sich entspannt“, sagt Robert Richter. Während sein Vater in der Schule von Mitschülern als „Gummi-Mann“ gehänselt wurde, war das Verhältnis zu Kondomen für ihn, den 1980 Geborenen, schon normal. Ein Aufsteller mit Präservativen im elterlichen Haus sei das eine oder andere Mal „geplündert“ gewesen, wenn Freunde zu Besuch waren, erinnert er sich. Richter Senior sagt hingegen: „Über Kondome sprach man nicht. Mir wäre es manchmal lieber gewesen, mein Vater hätte Metallschrauben hergestellt.“


„Die Scham und Peinlichkeit rund um das Kondom hat sich entspannt.“
ROBERT RICHTER

  • Robert Richter, Chef und Geschäftsführer des Kondomherstellers Ritex
  • Hans-Roland Richter, Geschäftsführer, in der Niederlassung in Bielefeld
  • Im Jahr stellt Ritex rund 100 Millionen Kondome im Bielefelder Werk her.
  • Für das Familienunternehmen arbeiten rund 60 Mitarbeiter.
  • Jedes einzelne Kondom wird auf Lochfreiheit geprüft, bevor es die Produktion verlässt.
  • In Deutschland bestückt Ritex nach eigenen Angaben rund ein Drittel des Kondommarktes.
  • Ein Blick in die Vergangenheit: Über die Jahrzehnte haben sich die Kondomverpackungen stark gewandelt. Foto: Ilka Kopplin
  • Von kleinen, unauffälligen Schachteln mit der Aufschrift „Rubber Deluxe“ oder „Anti Baby Condom“ bis hin zu Pop Art in den 1990er Jahren. Foto: Ilka Kopplin

Dieser Imagewandel zeigt sich auch an den Verpackungen der vergangenen Jahrzehnte, die in einer Vitrine im Foyer des Unternehmens ausgestellt sind: Von unauffällig kleinen Schachteln mit der Aufschrift „Rubber Deluxe“ oder „Anti Baby Condom“ über „Vulkan Ramses – Orgasmus Box“ bis hin zu „Willi Banane – sattgelb mit Bananenaroma“ – in den 1990er Jahren lag Pop Art im Trend. Auch Kondome mit dem Logo der Reality-TV-Serie Big Brother sind darunter. „Das hat gar nicht funktioniert“, gibt Robert Richter zu. Mittlerweile sehen die Verpackungen seriös und dezent aus, sie sollen Vertrauen schaffen. Die Zielgruppe, die Ritex anspricht, ist eher 25 Jahre und älter.


„Mitte der 1980er Jahre wollten plötzlich alle Kondome haben.“
HANS-ROLAND RICHTER

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Quelle: F.A.Z.

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