FAZ plus ArtikelLanxess-Chef Matthias Zachert

„Ich maße mir nicht an, China Vorgaben zu machen“

Von Jonas Jansen
14.07.2020
, 06:59
China ist einer der größten Märkte der Welt – nicht nur in der Chemiebranche.
Die Kritik an der Volkspartei wächst – doch Chemie ohne China ist kaum vorstellbar. Matthias Zachert, Chef des Spezialchemiekonzerns Lanxess, über sein Engagement in Fernost, regionale Lieferketten und neue Batterietechnik
ANZEIGE

Herr Zachert, Lanxess hat acht Werke in China, die in der Corona-Krise alle heruntergefahren wurden. Laufen die wieder auf 100 Prozent?
China ist komplett zurück, allerdings noch nicht auf Volllast. Insgesamt ist Asien gut durch die erste Corona-Welle gekommen. Auch in den europäischen Werken und in anderen Teilen der Welt läuft die Produktion erfreulicherweise stabil, weil wir aus den Lehren in China schnell Konsequenzen gezogen haben, was Schutzmasken, Schichtsysteme und Sicherheitskonzepte insgesamt angeht. Derzeit beobachten wir genau, wie sich Amerika und Brasilien entwickeln.

Die politische Führung Chinas wird schon länger kritisiert, mit dem neuen Sicherheitsgesetz ist der Ton nochmal schärfer geworden. Müssen Unternehmen da nicht auch mehr Verantwortung übernehmen?
China ist der größte Chemiemarkt der Welt, er vereint 40 Prozent des Marktes und verzeichnet das größte Wachstum. Wir haben mehr als 1000 Mitarbeiter in China und werden dort auch ganz klar zukünftig präsent sein. Natürlich würden wir Deutschen uns freuen, wenn alle Länder dasselbe Demokratie- und Rechtsverständnis und ähnliche Governance-Standards hätten wie wir. Aber China hat 1,3 Milliarden Einwohner, und wir in der westlichen Welt tun uns auch nach jahrzehntelangem Kontakt manchmal schwer damit, die Denkweisen in diesem riesigen Land zu verstehen. Ich maße mir nicht an, China Vorgaben zu machen.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Mit robustem Portfolio durch die Corona-Krise

Als noch das Kautschukgeschäft zum Spezialchemiekonzern Lanxess gehörte, hing knapp die Hälfte des Umsatzes am Automobil. Heute ist es noch ein Fünftel, und mit neuen konjunkturrobusten Sparten wie „Consumer Protection“ kommt der Kölner Konzern vergleichsweise gut durch die Krise. Im ersten Quartal lag der Umsatz mit 1,7 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert, der bereinigte Gewinn sank um 10 Prozent auf 245 Millionen Euro. Für 2020 rechnet der Vorstand mit einem Ebitda vor Sondereinflüssen von 800 bis 900 Millionen Euro. Zuvor war er von einem Wert zwischen 900 Millionen und 1 Milliarde ausgegangen.

Matthias Zachert ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender von Lanxess. Der 52 Jahre alte Betriebswirt arbeitete früher für das Bäckereiwarenunternehmen Kamps und für Chemieunternehmen wie Hoechst und Merck. Für das von Bayer im Jahr 2004 ausgegliederte Lanxess war Zachert schon vorher Finanzvorstand. joja.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Jansen Jonas
Jonas Jansen
Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
FacebookTwitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Kapitalanalge
Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
Sprachkurse
Lernen Sie Englisch
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Zertifikate
Ihre Weiterbildung im Projektmanagement
ANZEIGE