Sportmode

Der Lululemon-Chef muss plötzlich gehen

06.02.2018
, 08:07
Lululemon macht teure Kleidung für Yoga und Sport. Plötzlich wird der Firmenchef gefeuert. Was er getan hat – unklar.

Der Chef des Yogakleidung-Herstellers Lululemon hat plötzlich seinen Posten abgegeben. Wie erst in der Nacht zu Dienstag bekannt wurde, trat er schon am Freitag zurück. Laurent Potdevin habe sich nicht an die Verhaltensregeln gehalten, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens aus dem kanadischen Vancouver – doch was er genau getan hat, bleibt unklar.

„Lululemon erwartet von allen Mitarbeitern, dass sie höchste Standards an Integrität und Respekt füreinander einhalten, und Herr Potdevin hat das nicht getan“, heißt es. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, es habe sich nicht um ein einzelnen Vorfall gehandelt. Der „Financial Times“ zufolge sind die Begebenheiten nicht veröffentlicht worden, um die Betroffenen zu schützen.

Fünf Millionen Dollar Abfindung

Lululemon begann sein Geschäft mit teurer Yogabekleidung – machte sich aber nicht unbedingt bei allen beliebt. Auch Unternehmensgründer Chip Wilson stolperte über eine Frage guten Geschmacks. Er beschwerte sich über den Umfang seiner Kundinnen: Eine Yogahose ließ die Unterwäsche durchscheinen, Wilson entgegnete „Die Körper einiger Frauen funktionieren in den Hosen tatsächlich nicht.“ Wilson musste zurücktreten, 2014 übernahm Potdevin die Unternehmensführung und erweiterte das Sortiment hin zu breiter nutzbarer Sportbekleidung. Bis 2020 will das Unternehmen seine Umsätze so um 40 Prozent auf vier Milliarden Dollar im Jahr steigern. Auf diesem Weg sei das Unternehmen nach wie vor, teilte es ebenfalls am Montag mit.

Potdevin bekommt nun offenbar insgesamt fünf Millionen Dollar an Abfindung: 3,3 Millionen Dollar sofort, den Rest innerhalb der nächsten 18 Monate. Einer Meldung an die Börsenaufsicht zufolge darf er das Unternehmen im Gegenzug nicht verklagen. Vorerst soll Aufsichtsratschef Glenn Murphy das Unternehmen leiten, drei Manager aus der zweiten Reihe übernehmen zusätzliche Aufgaben.

An dem plötzlichen Rauswurf gibt es Kritik. „Die Ankündigung von heute ist sehr vage und schadet dem Unternehmen“, glaubt der Marktforscher Neil Saunders in einer E-Mail an Reuters. „Das Unternehmen ist stolz auf seine Offenheit und Transparenz, darum sollte es einen ehrlichen Dialog mit seiner Umgebung haben.“

Quelle: bern.
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