Neubauer zur Deutschen Bank

„Da stimmt etwas nicht“

Von Archibald Preuschat
19.05.2022
, 18:21
Klimaaktivistin Luisa Neubauer
Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer wirft der Deutschen Bank im Interview Greenwashing vor. Sie fordert von dem Geldhaus, keine fossilen Energieprojekte mehr zu finanzieren.
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Frau Neubauer, lügt Herr Sewing, was die Klimaschutzbemühungen der Deutschen Bank angeht?

„Lügen“ ist ein großes Wort, und Banken kennen sich auch juristisch aus. Sagen wir so: Wenn die Deutsche Bank sagt, sie unterstützte die Pariser Klimaziele, und dann durch ihre fossilen Investitionen dazu beiträgt, dass die Ziele nicht mehr einzuhalten sind – dann stimmt da was nicht.

Sie fordern den Ausstieg der Deutschen Bank aus der Finanzierung fossiler Brennstoffe. Schließt das auch die Finanzierung von LNG-Terminals ein, um unabhängiger von russischem Erdgas zu werden?

Das ist komplexer als eine Ja- oder Nein-Antwort. Die Finanzierung eines kurzfristigen schwimmenden Terminals ist anders zu bewerten als die des nun geplanten Baus von einem Dutzend stationärer LNG-Terminals. Wir müssen von Putin weg, er ist allerdings auch nicht der einzige Autokrat in der Welt. Es muss um jeden Preis verhindert werden, dass nun blind neue Öl- und Gas-Infrastruktur gebaut wird, die uns weiter in fossile Abhängigkeiten und in die Klimakrise treiben. Es braucht Erneuerbare.

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Die Deutsche Bank unternimmt ja Nachhaltigkeitsinitiativen.

Nachhaltigkeit ist kein lustiges Nachmittagshobby. Die Deutsche Bank finanziert Projekte, die in Summe die Erreichung der Klimaschutzziele unmöglich machen. Bei uns nennen wir das nicht Nachhaltigkeit, sondern Greenwashing.

Jungen Menschen wird geraten, zur Altersvorsorge in Aktien zu investieren. Halten Sie Aktien?

Bevor ich über meine Altersvorsorge nachdenke, muss ich mir überlegen, auf welchem Planeten ich alt werde. Junge Menschen brauchen erst einmal Lebensvorsorge, dann können sie über alles andere nachdenken.

Was müsste die Deutsche Bank tun, um Sie als Aktionärin zu gewinnen?

Die Deutsche Bank muss aus der Finanzierung der EACOP Pipeline aussteigen. Danach muss der grundsätzliche Ausstieg aus der Finanzierung fossiler Energien kommen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Preuschat, Archibald
Archibald Preuschat
Redakteur in der Wirtschaft
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