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Schwächelnde Konjunktur

Plastikverarbeiter stellen sich auf schlechtere Zeiten ein

Von Bernd Freytag, Ludwigshafen
Aktualisiert am 12.08.2019
 - 22:03
Vieles dreht sich momentan um die Plastiktüten
Die schwache Plastik-Nachfrage der Autobranche bereitet den Unternehmen zunehmend Sorgen. Ganz anders sieht es mit Blick auf die Debatte über die klassische Plastiktüte aus.

Die Wirtschaftsflaute hat die kunststoffverarbeitende Industrie erreicht. Der Aufschwung der vergangene Jahre sei gestoppt, die Erwartungen an das zweite Halbjahr „so pessimistisch wie seit sieben Jahren nicht mehr“, berichtet der Branchendienst „KI – Kunststoff Information“ als Ergebnis seiner halbjährlichen Umfrage unter Führungskräften der Kunststoffindustrie. Die Erwartungen an das zweite Halbjahr haben sich demnach weiter deutlich eingetrübt: 35 Prozent der Unternehmen rechnen nun mit einer negativen Geschäftsentwicklung, nur noch 23 Prozent gehen von einer Verbesserung aus. Einen derart niedrigen Erwartungsindex habe man in den vergangen zehn Jahren nur zweimal gemessen – unter anderem im Krisenjahr 2009, heißt es.

Der Plastik-Industrie macht dabei weniger die Debatte über das Verbot von Plastiktüten und die anhaltende Diskussion über Plastikmüll in der Umwelt zu schaffen. Das alles ist für die 3000 meist mittelständischen Kunststoffverarbeitenden Betriebe hierzulande noch kaum mehr als ein Ansehensproblem. Tatsächlich schon in den Bilanzen angekommen ist hingegen die Nachfrageschwäche der Automobilindustrie. Die Autohersteller gehören nach der Verpackungsindustrie und der Bauwirtschaft zu den wichtigsten Abnehmer von Kunststoffprodukten.

Brummt die Wirtschaft, brummt das Verpackungsgeschäft

Die Krise in der Automobilindustrie zieht nach Darstellung von „KI“ weiter Kreise. Mehr als drei Viertel der befragten Kunststoffhersteller seien aktuell von der Nachfrageschwäche der Autofertiger betroffen. Anfang des Jahres sei es nur gut die Hälfte gewesen. Auch der Handelskonflikt zwischen Amerika und China mache mittlerweile fast drei Viertel der Unternehmen zu schaffen.

Ungeachtet der laufende Debatte um den Plastikmüll hat die Branche glänzende Jahre hinter sich. Im Vorjahr war der Umsatz um 3,1 Prozent abermals etwa doppelt so schnell gewachsen wie die gesamte Wirtschaftsleistung. Zum einen gelten leichte Kunststoffe gelten als wesentlicher Faktor zur Gewichts- und damit Spritreduktion im Auto. Zum anderen hängen die Kunststoffverarbeiter unmittelbar an der Konjunktur – immerhin etwa ein Drittel der 14,8 Millionen Tonnen Kunststoffe landen in Verpackungen für Handel und Industrie. Brummt die Wirtschaft, brummt auch das Verpackungsgeschäft, dieser Zusammenhang gilt aber auch im Abschwung. Die klassische Plastiktüte spielt für die deutschen Hersteller schon lange kaum noch eine Rolle, ihr Anteil am Branchenumsatz ist marginal.

In einem Teilbereich der Kunststoffwirtschaft sorgt das gewachsene Umweltbewusstsein schon heute für eine Sonderkonjunktur. Beflügelt vom „Trendthema Kreislaufwirtschaft“ habe ein Drittel der Recyling-Unternehmen im ersten Halbjahr bessere Geschäfte gemacht, immerhin ebenfalls ein Drittel sehe zudem positiv ins zweite Halbjahr, berichtet der Branchendienst. Keine andere Teilbranche habe sich so gut entwickelt. Der Einsatz von Rezyklaten in der Kunststoffherstellung nimmt der Umfrage zufolge weiter zu. Allerdings sähen bei den verarbeitenden Betrieben 9 Prozent der Befragten gar keine Möglichkeit, in ihrem Unternehmen Rezyklate einzusetzen. Ein Grund dafür sei die im Vergleich zu neuen Kunststoffen mangelnde Qualität.

Quelle: F.A.Z.
Bernd Freytag  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Bernd Freytag
Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.
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