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Porsche stoppt Verkauf

Die Autoindustrie gerät an ihre Grenzen

EIN KOMMENTAR Von Holger Appel
Aktualisiert am 01.06.2018
 - 19:08
Porsche-Chef Oliver Blume
Blamage für Porsche? Oder Mahnung an diejenigen, die immer strengere Grenzwerte fordern? Eines zeigt der Porsche-Verkaufsstopp jedenfalls ganz deutlich.

Seit September 2017 gelten neue Standards für die Abgasuntersuchung. Sie hören auf die sperrigen Bezeichnungen WLTP und RDE und sollen die Verbrauchsangaben realitätsnäher machen. Nach einer Übergangsfrist wird es zum 1.September 2018 ernst, alle Neuwagen müssen WLTP einhalten, RDE wiederum ein Jahr danach.

Was so unspektakulär klingt, hat gravierende Auswirkungen. Benzinmotoren müssen grundsätzlich mit Partikelfilter ausgerüstet werden. Auf den Prüfständen entstehen Engpässe, die Genehmigungsverfahren türmen sich in den Behörden, einige Antriebe fallen ganz aus dem Angebot. BMW etwa kann seine Luxuslimousine 7er derzeit nicht mit Benzinmotor liefern.

In einer nie dagewesen Vehemenz reagiert nun Porsche. Der Sportwagenhersteller hat vorübergehend die Annahme von Bestellungen für frei konfigurierbare Neuwagen eingestellt, sofern diese nach dem 1.September dieses Jahres in Europa zugelassen würden. Interessenten können bis auf weiteres nur noch Fahrzeuge aus dem Bestand wählen.

Das klingt nach Blamage für Porsche, womöglich wurden die erforderlichen Maßnahmen unterschätzt. Es kann aber auch Mahnung sein an all jene, die immer strengere Abgaswerte in immer kürzerer Zeit fordern. Die Automobilindustrie gerät offenbar zeitlich und technisch an ihre Grenzen.

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Autoindustrie und Regierung
Schuldzuweisung für Fahrverbote

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Appel, Frank-Holger (hap.)
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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