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Wegen Türkei-Trend und Brexit

Reisekonzern Tui macht im Winter doppelt so viel Verlust

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Unerwartet starke Buchungen für die Urlaubsziele Türkei und Nordafrika haben beim größten Reisekonzern der Welt Tui zu Beginn des Winters das Ergebnis belastet. Weil in der Folge Betten auf den Kanarischen Inseln frei blieben, musste Tui im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember einen höheren Verlust verkraften als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag vor seiner Hauptversammlung in Hannover mitteilte. Tui-Chef Fritz Joussen hatte sein Gewinnziel deshalb schon in der vergangenen Woche gekappt.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember erhöhte Tui den Umsatz zwar um gut vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Der saisontypische Quartalsverlust stieg um fast 28 Prozent auf 139 Millionen Euro, der operative Verlust (bereinigtes Ebita) fiel mit 84 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor.

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September erwartet Joussen nun nur noch ein operatives Ergebnis etwa auf Vorjahreshöhe – und damit bei knapp 1,2 Milliarden Euro. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Mit den Zahlen ist die mindestens zehnprozentige Steigerung, die in den vergangenen Jahren gelungen und auch für die Zeit bis 2020 geplant war, nicht mehr zu schaffen.

Last-Minute-Trend und Brexit kosten Geld

Dem Unternehmen macht dabei auch zu schaffen, dass die Kunden wie im heißen Sommer 2018 ihre Urlaube eher kurzfristig buchen. Dieser Trend zum Last-Minute-Urlaub drückt auf die Gewinnspannen des Veranstalters, der die Reisen billiger verkaufen muss als geplant.

Auch der Brexit und die Schwäche des britischen Pfunds belasten Tui. Um den Briten weiter viele Reisen zu verkaufen, dürfte Tui kaum die Preise erhöhen können – was auf den Gewinn drückt. Der Konzern will nun Kosten senken. Und: im Fall eines ungeregelten Austritts der Briten aus der EU wäre der Konzern mit seinen vielen britischen Aktionären nicht länger mehrheitlich das Eigentum von Aktionären aus dem europäischen Wirtschaftsraum. Dann stünden die Flugrechte seiner Ferienfluggesellschaften wie Tuifly auf der Kippe.

Der deutsche Ferienflugmarkt bleibt ohnehin im Umbruch: Erst die Air-Berlin-Pleite, dann die Germania-Insolvenz. Zudem stellte kürzlich Europas zweitgrößter Reisekonzern Thomas Cook seine Airline-Sparte samt der deutschen Condor zum Verkauf.

Quelle: dpa
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