FAZ plus ArtikelRoche-Verwaltungsratspräsident

„Wir haben unnötige Opfer gehabt“

Von Ilka Kopplin und Johannes Ritter
20.04.2021
, 10:57
Roche Verwaltungsratspräsident Christoph Franz
Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident des Pharma- und Diagnostikkonzerns Roche, plädiert für eine Impfpflicht. Er rügt Deutsche und Schweizer für verpasste Chancen und lobt die tatkräftigen Briten.
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Herr Franz, sind Sie schon geimpft?

Nein, ich zähle nicht zur Gruppe derer, die schon impfberechtigt sind. Aber ich bin für die Impfung registriert und warte jetzt ganz brav darauf, dass ich aufgerufen werde.

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Zur Person

Weich gelandet in der Schweiz Seinem Geburtsort Frankfurt ist Christoph Franz immer noch herzlich verbunden. Schließlich hat der Wirtschaftsingenieur dort einige aufregende Berufsjahre verbracht.

Der heute 60 Jahre alte Franz begann seine Karriere 1990 bei der Deutschen Lufthansa, wo er sich schnell den Ruf eines tüchtigen Krisenmanagers erarbeitete. Vier Jahre später wechselte er zur Deutschen Bahn. Unter dem damaligen Konzernchef Hartmut Mehdorn stieg Franz bis in den Vorstand auf.

Als das von ihm mitentwickelte neue Preissystem für den Personenverkehr scheiterte, verließ er die Bahn und ging abermals in die Luft: 2004 wurde Franz Chef der Fluggesellschaft Swiss in Zürich. Dort war harte Sanierungsarbeit gefragt. Letztlich war klar, dass es die Nachfolgegesellschaft der fallierten Swissair nicht aus eigener Kraft schaffen würde. So führte Franz sie in die rettenden Arme der Lufthansa, wo er dann seinerseits einen steilen Weg nach oben antrat. 2011 wurde er Vorstandschef des Konzerns. Nach allerlei harten, aber fruchtvollen Umbauarbeiten trat Franz im Frühjahr 2014 zurück, um Präsident des Verwaltungsrats des Basler Pharmaunternehmens Roche zu werden.

Für diesen überraschenden Schritt führte er unter anderem private Gründe an: Seine französische Frau und die fünf Kinder waren nach der Zeit bei Swiss in Zürich wohnen geblieben. Franz, der auch einen Schweizer Pass hat, reizte es überdies, die strategische (und sehr gut bezahlte) Führung eines der größten und wertvollsten Pharmakonzerne der Welt zu übernehmen und damit noch mal ein ganz neues Kapitel in seinem Berufsleben aufzuschlagen. Daraus wurde eine weiche Landung. Roche stand und steht sehr gut da. Mit dem Verkauf von Medikamenten (davon viele gegen Krebs) und Diagnostika (darunter auch Corona-Tests) hat Roche 2020 einen Umsatz von 58 Milliarden Franken erzielt.

An der Börse ist der Konzern mehr als 260 Milliarden Franken wert.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kopplin, Ilka
Ilka Kopplin
Wirtschaftskorrespondentin in München.
Autorenporträt / Ritter, Johannes
Johannes Ritter
Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.
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