Trotz Marktsorgen

Samsung steigert den Gewinn auf 10 Milliarden Euro in drei Monaten

Von Patrick Welter, Tokio
07.07.2022
, 07:25
Vor der Zentrale von Samsung Electronics in Seoul: Der Konzern baut sein Geschäft aus.
Der südkoreanische Konzern Samsung Electronics hat den Betriebsgewinn im zweiten Quartal um 11 Prozent gesteigert. Doch die Aussichten verdunkeln sich.
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Samsung Electronics hat den Betriebsgewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres um 11 Prozent auf rund 14 Billionen Win (10,6 Milliarden Euro) gesteigert. Für das südkoreanische Vorzeigeunternehmen ist es das beste Ergebnis im Zeitraum von April bis Juni seit 2018. An der Börse stieg der Aktienkurs des Unternehmens im Morgenhandel bis zu 3,2 Prozent.

Anleger und Investoren schienen erfreut über den deutlichen Zuwachs - trotz der globalen Schwierigkeiten in den Lieferketten, trotz der Corona-Lockdowns in China, trotz des Inflationsdrucks, trotz des Ukraine-Kriegs und trotz des sich abkühlenden Markts für Handys und Computer. Deutlich stiegen nach den Quartalsergebnisse von Samsung auf die Aktienkurse des lokalen Konkurrenten SK Hynix und von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) in Taiwan.

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Schwere Zeit voraus

An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die Elektronikbranche nach zwei starken Aufschwungjahren während der Corona-Pandemie auf eine schwierigere Zeit zusteuert. Das zweite Quartal könnte sich dabei als Menetekel erweisen. Der Anstieg des operativen Samsung-Gewinns um 11 Prozent verblasst gegenüber den Zuwachsraten des Betriebsgewinns von durchschnittlich 42 Prozent seit dem Frühjahr 2020. Es ist das erste Mal seit Frühjahr 2020, dass der Betriebsgewinn von Samsung weniger als 20 Prozent gestiegen ist.

Samsung meldete in der Ergebnisschätzung zugleich einen Zuwachs des Quartalsumsatzes gegenüber dem Vorjahresquartal um 21 Prozent auf rund 77 Billionen Won. Das Plus des operativen Gewinns gründet zum Teil darin, dass der koreanische Won in zweiten Quartal gegenüber dem amerikanischen Dollar abgewertet hat. Details wird Samsung erst Ende des Monats veröffentlichen, wenn es den vollständigen Quartalsbericht vorlegen wird.

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Der südkoreanische Elektronikkonzern ist größter Hersteller von elektronischen Speicherbausteinen und führender Hersteller von Smartphones. Die Geschäftsergebnisse des Unternehmens gelten so auch als Indikator für die gesamte Branche. Die vorsichtigeren Erwartungen zeigen sich darin, dass der Aktienkurs von Samsung seit Jahresbeginn um von 27 Prozent gesunken ist. In der gesamten Halbleiterbranche zeigen die Aktienindikatoren derzeit im Trend nach unten.

Analysten vermuten, dass der Löwenanteil des Quartalsgewinns von Samsung abermals aus dem Halbleitergeschäft herrührt. Große Anbieter von Datenzentren und Online-Datendiensten fragen weiter Speicherchips nach, während derzeit die Nachfrage aus dem Geschäft mit tragbaren Elektronikgeräten oder Computern nachlässt. Die Vorräte an Elektronikchips in Südkorea lagen nach Angaben des statistischen Amtes im Mai um 53 Prozent höher als vor einem Jahr. Betreffen davon ist neben Samsung auch SK Hynix, ein weiterer großer Anbieter von Speicherchips. Die Preise für flüchtige und nicht-flüchtige Speicherbausteine (DRAM und NAND) weisen im Trend derzeit abwärts.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Welter, Patrick
Patrick Welter
Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
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