Folgen des Lockdowns

Samsung verdient 7 Milliarden Euro

Von Patrick Welter, Tokio
07.04.2021
, 17:27
Smartphones, Haushaltsgeräte und Fernseher verkaufen sich in der Pandemie so gut, dass Samsung seinen Gewinn um mehr als 40 Prozent steigern kann. Ein Mitbewerber verbucht sogar ein Rekordergebnis.

Gestützt auf ein gutes Geschäft mit Smartphones und Hauhaltsgeräten hat das wichtigste südkoreanische Unternehmen Samsung Electronics seinen operativen Gewinn im ersten Quartal des Jahres um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert. Samsung prognostizierte am Mittwoch ein Betriebsergebnis von rund 9,3 Billionen Won (7 Milliarden Euro). Der Umsatz stieg nach der Prognose um 17 Prozent auf 65 Billionen Won.

Details zu dem Quartalsergebnis wird Samsung erst gegen Ende April bei der Vorlage des Quartalsabschlusses präsentieren. Analysten gehen aber davon aus, dass der Verkauf von Smartphones, Fernsehern und sonstigen Haushaltsgeräten den Gewinn deutlich gestützt hat. Dafür spricht zum einen, dass das öffentliche Leben in vielen Absatzmärkten wegen der Corona-Pandemie immer noch beschränkt ist. Zum anderen hatte Samsung in diesem Jahr das neue Smartphone-Spitzenmodell Galaxy S21 zu niedrigeren Preisen schon im Januar und nicht erst wie üblich im Februar an den Markt gebracht.

Auch LG profitiert

Auch der koreanische Mitbewerber LG Electronics profitierte im ersten Quartal von einer steigenden Nachfrage nach Fernsehern und Haushaltsgeräten. LG Electronics prognostizierte am Mittwoch für das erste Quartal einen Rekord-Betriebsgewinn von 1,5 Billionen Won oder 39 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz erreichte mit 18,8 Billionen Won gleichfalls ein Rekordniveau. LG hatte am Montag beschlossen, sein verlustreiches Geschäft mit Smartphones aufzugeben. Das wird Samsungs Handy-Geschäft weiter stärken, vermuten Analysten.

Durchwachsen dürfte am Jahresbeginn Samsungs Geschäft mit Halbleitern und Speicherchips ausgefallen sein. Die Virus-bedingt große Nachfrage ließ die Preise für Speicherchips anziehen. Doch musste Samsung von Mitte Februar bis Ende März in Austin, Texas, wegen heftiger Winterstürme ein Werk schließen, in dem es als Auftragsproduzent Mikrochips für andere Unternehmen herstellt.

Die Schließung verschärfte den globalen Mangel an Halbleitern und dürfte Samsungs Umsatz nach Analystenschätzung mit etwa 300 Milliarden Won belastet haben. Samsung ist nach Taiwans TSMC der zweitgrößte Anbieter dieser Foundry-Produktion für andere Unternehmen. Die Südkoreaner planen eine weitere Mikrochips-Fabrik in den Vereinigten Staaten mit einem Investitionsvolumen von 17 Milliarden Dollar. Der Aktienkurs von Samsung Electronics fiel an der Börse in Seoul am Mittwoch um 0,47 Prozent auf 85.600 Won.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Welter, Patrick
Patrick Welter
Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
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