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FAZ plus ArtikelSteuerhinterziehung in Italien

Statt Kassenbons Direktleitung zum Finanzamt

Von Tobias Piller, Rom
Aktualisiert am 20.01.2020
 - 13:31
Ein Espresso mit „Scontrino“, bitte: Egal, wie klein die Bestellung war – in Italien gab es einen Beleg. Diese Regelung zum Jahresbeginn auch in Deutschland in Kraft getreten.
Bereits seit 1987 gilt in Italien die Bonpflicht – gegen Steuerhinterziehung konnte sie aber wenig ausrichten. Deshalb probiert es die Regierung nun mit drakonischen Neuerungen.

Ausnahmsweise fühlen sich die Italiener um Jahrzehnte voraus: Während sich die Deutschen über die neue Pflicht zum Kassenbon ärgern, mussten die Italiener die Belege schon seit 1987 vorzeigen können. Doch jetzt hat die Bonpflicht in dem südeuropäischen Land ihren Effekt verloren. Seit dem 1. Januar muss die Registrierkasse direkt einen Datensatz an die Zentrale der Finanzverwaltung senden. Auf diesem Weg will die Regierung Manipulationen verhindern und Steuerhinterziehung gerade bei der Mehrwertsteuer einschränken.

Die langjährige Pflicht zum Kassenbon, dem „Scontrino“, hatte in Italien immer wieder zu Entrüstung über die Finanzpolizei geführt. Da war in den neunziger Jahren das Kind, das für umgerechnet 50 Pfennig einen Kaugummi kaufte und wieder aus dem Geschäft lief, den Finanzpolizisten in die Arme. Weil es keinen Kassenzettel dabeihatte, bedeutete das 50 Mark Strafe für die Eltern. Da war 2015 die Strafanzeige von Finanzpolizisten gegen einen Salami-Laden. Der Inhaber hatte einem Obdachlosen ein belegtes Brot geschenkt, natürlich gratis und ohne den dazugehörigen „Scontrino“.

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Quelle: F.A.Z. Woche
Autorenporträt / Piller, Tobias
Tobias Piller
Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.
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