FAZ plus ArtikelSwiss-Re-Chef Kielholz

„Der Zugang zur EU muss höchste Priorität haben“

Von Johannes Ritter, Zürich
17.04.2021
, 16:41
Der Verwaltungsratspräsident des Versicherers warnt die Schweizer davor, die Beziehung zu Europa zu gefährden. Und auch zu China macht er eine klare Ansage.

Herr Kielholz, nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung profitiert die Schweiz wirtschaftlich unter allen Ländern am stärksten von der Teilhabe am europäischen Binnenmarkt, obwohl sie nicht Mitglied der Europäischen Union ist. Trotzdem ist die Skepsis gegenüber der EU im Land weit verbreitet. Woran liegt das?

Abschotten oder mitmachen: Diese Frage beschäftigt die Schweiz schon seit Jahrhunderten. Sie spaltet die Gesellschaft und alle politischen Parteien in diesem Land.

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Urgestein und Strippenzieher

Walter Bruno Kielholz zählt zu den Urgesteinen des Schweizer Finanzgewerbes. Der gebürtige Zürcher führt seit 2009 den Verwaltungsrat der Swiss Re. Seine Verbindung zum zweitgrößten Rückversicherungskonzern der Welt reicht allerdings noch weiter zurück. Nach Stationen bei der amerikanischen General Reinsurance und der Schweizerischen Kreditanstalt stieß der promovierte Betriebs- und Finanzwirt 1989 zur Swiss Re und übernahm dort sieben Jahre später den Vorstandsvorsitz. Durch den Wechsel in den Verwaltungsrat war es für ihn vereinbar, zugleich eine tragende Rolle in der Bankwelt zu spielen: Von 2003 bis 2009 amtierte er als Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse. So avancierte der FDP-Anhänger und ehemalige Artillerie-Offizier zu einem großen Strippenzieher am Finanzplatz Zürich. Nach einem ungeschriebenen Gesetz ist für einen Verwaltungsratspräsidenten der Swiss Re mit Vollendung des 70. Lebensjahres Schluss. Kielholz hat diese Altersstufe im Februar erklommen und scheidet daher nach der Aktionärsversammlung an diesem Freitag aus. Sein Nachfolger wird Sergio Ermotti, der frühere Chef der Großbank UBS.

Von Johannes Ritter

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Ritter, Johannes
Johannes Ritter
Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.
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