Hilfe für Gründer

Wie Innovationen rascher das Klima retten sollen

Von Jan Hauser
20.09.2021
, 08:38
Andreas Kuhlmann steht an der Spitze der Deutschen Energie-Agentur dena.
Eine Allianz will mit neuer Technik die Treibhausgasemissionen senken und Ausgründungen erleichtern. Die Rede ist von einem „Goldschatz an Innovationen“.
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Eine Initiative der Deutschen Energie-Agentur dena mit Partnern aus der Start-up-Szene will mehr Klimaschutz durch bessere Wege für Ausgründungen aus Forschungseinrichtungen. Die „Tech-for-Net-Zero- Allianz“ schlägt einen Standard für Deutschland vor, wenn Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft, von Universitäten und anderen Einrichtungen mit ihren Patenten Unternehmen gründen. Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, sieht darin entscheidende Hilfe, um die Treibhausgasemissionen zu senken. „Um seine Klimaziele zu erreichen, muss Deutschland viel stärker auf den Erfolg von Green Tech Start-ups setzen“, sagt Kuhlmann.

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Ein Standard für Ausgründungen soll mit klaren Vorgaben die Skalierung von Klimatechnologien nicht länger einschränken, fordert die Allianz in einem Thesenpapier, das sie am Montag präsentieren möchte und das der F.A.Z. vorab vorliegt. Die Energie-Agentur hat die „Tech-for-Net-Zero-Allianz“ im März initiiert, zusammen mit der Initiative „Breakthrough Energy“, mit der Bill Gates das Klima schützen will. Zu der Gruppe gehören zwei Dutzend weitere Organisationen wie Start-ups, Wagniskapitalgeber sowie die Bundesagentur für Sprunginnovationen. Ihr Ziel ist, dass Forschungseinrichtungen nicht direkt am Umsatz oder Gewinn beteiligt werden, sondern im niedrigen einstelligen Prozentbereich am ausgegründeten Unternehmen selbst. Im Gespräch sind zwei bis fünf Prozent.

Im Gegenzug werden die steuerfinanzierten Patentrechte an das ausgegründete Unternehmen übertragen, da sonst keine Investitionssicherheit besteht. Die Anteile der Forschungseinrichtungen sollte eine öffentliche Beteiligungsgesellschaft treuhänderisch halten. Als dritten Punkt nennt die Allianz für Klimagründungen, dass auf eine Umsatzbeteiligung und Lizenzgebühren verzichtet werden soll. Andernfalls schränke dies die Gründungen stark ein. Derzeit seien fossile Konkurrenzprodukte häufig günstig verfügbar. Umsatzbeteiligungen wirken wie zusätzliche Kosten, erhöhen den Verkaufspreis und senken das Wachstum.

„Goldschatz für Innovationen“

Wichtige Forschung und Grundlagenarbeit gibt es in Deutschland oft, aber daraus sind hierzulande nicht immer auch Unternehmen entstanden. Darunter fällt der Weg des Audioformats MP3, das digitale Musik vorangebracht hat, woran Tobias Lechtenfeld erinnert. Er baut als Geschäftsführer des Berliner Unternehmens 1.5Ventures selbst Klima-Start-ups auf und gehört zur „Tech-for-Net-Zero-Allianz“. Die verpasste Chance der deutschen Erfindung MP3 zeige, wie schwer es der Wissenschaft fallte, aus Innovationen erfolgreiche Unternehmen aufzubauen, sagt er. „Das können wir uns bei den dringend notwendigen Klimatechnologien einfach nicht leisten.“

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Lechtenfeld spricht von Hunderten Patenten, die in Deutschland jedes Jahr aus den Forschungsinstituten entwickelt und angemeldet werden und für den Klimaschutz relevant sind. „Die Universitäten und Forschungseinrichtungen sitzen in Deutschland auf einem Goldschatz an Innovationen.“ Er sieht den Klimawandel als technologische Anpassung und ist daher auch optimistisch. Für den Umbau der Wirtschaft für die Klimaziele sei im Prinzip Anlagenbau gefragt und hier Deutschland seit 150 Jahren Marktführer. „Kein Land kann an der Klimawende so viel verdienen wie Deutschland“, sagt er.

Für dena-Geschäftsführer Kuhlmann sind optimale Rahmenbedingungen zentral für Ausgründungen. Ihre Ideen haben die Beteiligten auch schon mit Vertretern des Fraunhofer-Instituts und des Max-Planck-Instituts diskutiert und ihre Fühler in den politischen Raum ausgestreckt. Ihr Vorschläge richten sich nun vor allem an die kommende Bundesregierung.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hauser, Jan
Jan Hauser
Redakteur in der Wirtschaft.
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